Umgang mit der AfD: Wenn Journalismus zum Eigentor wird

AfD-Mahnwache gegen Extremismus. (Kein Scherz); Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Wie Millionen andere auch habe ich am Sonntag die Wahlberichterstattung in der ARD verfolgt. Eigentlich ging es an diesem Abend um einen überraschenden Wahlausgang: den Sieg von Cem Özdemir und seiner Partei, Bündnis 90/Die Grünen. Doch je länger der Abend dauerte, desto stärker beschäftigten mich ganz andere Dinge. Einige Momente der Berichterstattung hinterließen bei mir ein ungutes Gefühl – und zwar nicht wegen des Wahlergebnisses, sondern wegen der Art und Weise, wie mit der Alternative für Deutschland (AfD) umgegangen wurde.

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Baden-Württemberg wählt die Deindustrialisierung – und die FDP braucht eine neue Führung

Linda Teuteberg Foto: Olaf Kosinsky Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

„Deutschland“, schrieb gestern der Ökonom Daniel Stelter nach der Wahl in Baden-Württemberg auf X, „will die Deindustrialisierung“. Ob Deutschland sie will, wird man in den kommenden Jahren sehen. Was „The Länd“ betrifft, hat Stelter Recht: Dort wurde Cem Özdemir (grüne) zum Ministerpräsidenten gewählt. Özdemir hat sich im Wahlkampf von der Bundespartei distanziert und gilt als Realo – was natürlich nicht bedeutet, dass er den Wahnsinn der Energiewende beenden oder auf Technologieoffenheit setzen will. Es gibt keine wirklichen

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„Ohne die Führungsrolle der USA ist eine freiheitlich-westliche Weltordnung kaum aufrechtzuerhalten“

F 35 während der Operation Epic Fury Foto: Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten Lizenz: Gemeinfrei


Die militärische Befreiungsoperation Israels und der Vereinigten Staaten gegen das iranische Mullah-Regime muss im historischen und strategischen Kontext verstanden werden. Christopher Ariel Merkel.

Seit Jahrzehnten stellt die theokratische Führung in Teheran nicht nur eine permanente Bedrohung für Israel dar, sondern für die gesamte Sicherheitsarchitektur der USA und ihrer Verbündeten. Der Iran hat systematisch ein Netzwerk aus Stellvertretermilizen aufgebaut, darunter Hisbollah im Libanon, Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad in Gaza,

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Der Cem – ein Solitär

Wahlsieger Cem Özdemir, Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0

Im Alleintriumph verteidigt Cem Özdemir Baden-Württemberg für die Grünen und kann nun erster Ministerpräsident mit Migrationsgeschichte werden. Merz‘ CDU kann mit Platz 2 knapp dahinter leben. Die SPD kaum noch. Für die Bundespolitik bedeutet das neue Turbulenzen.  Für Özdemir eine gigantische Aufgabe in einem Abstiegsland.

Özdemir, den alle in seiner Partei nur „der Cem“ nennen, lernte ich Anfang der 90er Jahre als jungen Bundestagsabgeordneten kennen. Schon damals stach der „anatolische Schwabe“, so sein erfolgreiches Selbstimage, aus seiner Partei heraus. 30 Jahre und eine wechselvolle politische Karriere später steht er nach seiner einzigartigen Aufholjagd und seinem persönlichen Wahlsieg vor dem Lebenstraum vieler Migrantenkinder: ganz oben anzukommen. Und das ausgerechnet in einem konservativen früheren CDU-Stammland, das in einer schweren Abstiegskrise steckt.

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Menschen mit Vagina sind Frauen

JK Rowling Foto: Carlsen Verlag, Lizenz: lizenzfrei


Heute ist Frauentag. Es ist der Kampftag für Frauenrechte. Um Männer zu inkludieren, die auch gern Frau sein wollen, wurde er mittlerweile in feministischer Kampftag umbenannt. Warum? Es ist ein Tag für die Frauen, die die Hälfte der Menschen weltweit ausmachen. Und es ist in vielen Regionen dieser Welt leider immer noch die unterdrückte Hälfte der Weltbevölkerung.

Als ich neulich beim Lesen eines Fachbuches auf die Phrase „Menschen mit Vagina“ gestoßen bin, war ich doch ein wenig entsetzt. So werden Frauen also mittlerweile auf ihr primäres Geschlechtsorgan reduziert. J. K. Rowling hat sich bereits 2020 zu dieser Art von Negierung des Begriffes Frau geäußert. Auch „menstruierende Menschen“ sind Frauen, meint die bekannte Autorin. Und damit hat

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Flugzeugträger gegen Bedenkenträger

USS Gerald und F18 Ford U.S. Navy photo by Erik Hildebrand Lizenz: Gemeinfrei


Stellt euch vor, ein Mensch, den ihr sehr liebt, ist dabei zu ertrinken. Eine furchtbare Vorstellung. Doch ihr seid in der Nähe und könntet mit einem beherzten Sprung ins Wasser zu Hilfe eilen. Um euch herum stehen allerdings Menschen, die euch dringend davon abraten. Die Strömung sei zu stark, das Wetter zu stürmisch, das Wasser zu kalt, viel zu gefährlich also. Die Rettung könne ohnehin nicht gelingen.

Ersetzt nun den Ertrinkenden durch die von ihren Herrschern geschundenen Menschen im Iran und euch selbst durch jemanden, dem dieses Leid nicht gleichgültig ist. Schon befindet ihr euch mitten in der deutschen Debatte über den Krieg gegen das iranische Regime.

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