Der beleidigte Bundeskanzler: Eine unreife Reaktion auf die starke Rede des US-Außenministers Rubio in München

Kanzler In schwieriger Lage: Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

„Trump in einer freundlicheren Verpackung“ – in einem Interview mit den Journalisten Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander rechnete Bundeskanzler Friedrich Merz scharf ab mit der Rede von US-Außenminister Marco Rubio bei der Münchener Sicherheitskonferenz und erklärte nicht ohne Herablassung, die vielfach positive Aufnahme der Zuhörer könne er sich nur mit den geringen Erwartungen erklären. „Mir hätte es nicht gereicht, aber offensichtlich hat es für den Saal gereicht.“ Der deutsche Regierungschef war dem Auftritt von Rubio demonstrativ ferngeblieben.

Mit seinen Reaktionen setzte Merz den Absetzungskurs gegenüber den USA fort, den er schon in seiner eigenen Rede in München eingeschlagen hatte. Der CDU-Politiker und frühere Atlantiker ist offenkundig verletzt durch die vielen Zumutungen und erratischen Bocksprünge der Trump-Administration. Das ist teilweise verständlich. Fatal und deplatziert sind allerdings das für Merz so typische Hineinsteigern in ein emotionales

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Safe Space Tel Aviv: Der Christopher Street Day findet wieder statt

Der CSD in Tel Aviv ist tatsächlich noch ein bisschen bunter als anderswo
Der CSD in Tel Aviv ist tatsächlich noch ein bisschen bunter als anderswo. Bild ki-generiert von DALL-E

Wenn Tel Aviv im Juni wieder in Regenbogenfarben leuchtet, geht es nicht nur um Feiern. Der Christopher Street Day, kurz CSD, ist hier ein starkes Zeichen für Würde und Sicherheit. Er macht sichtbar, dass Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder intergeschlechtlich sind, ihren Platz im öffentlichen Raum nicht nur behaupten, sondern selbstbewusst einnehmen. Für viele Gäste ist es ein Urlaubshöhepunkt. Für viele Israelis nicht nur aus der LGBTQ-Community ist es der seltene Moment, in dem sich der Alltag leichter anfühlt.

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(Durch das) Objektiv betrachtet

Neal Slavin, Capitol Wrestling Corporation, Washington, D.C., 1972–75, Chromogener Farbabzug, Kunstpalast, Düsseldorf, © Neal Slavin

Ob auf Papier oder in digitaler Form – seit der Erfindung der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert lassen sich Szenen und Orte dauerhaft festhalten. Aber bilden sie wirklich die Realität ab und gibt es eine verborgene Ebene hinter dem Bild?

„Community“, unter diesem Leitmotiv steht die aktuelle Fotoausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast, die am 11. Februar 2026 eröffnet wurde. Dieser Ansatz eröffnet einen sehr interessanten Blick nicht nur auf die Motivwahl des Fotografen, sondern nähert sich dem Begriff der Gemeinschaft auf unterschiedlichen Ebenen. Wie kann Gemeinschaft sichtbar gemacht werden? Was verbirgt sich überhaupt hinter diesem Ausdruck? Wer bestimmt, wer dazugehört und wer nicht?

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Hoffnung ist Widerstand

Für Würde und Widerstand: Demo am 24. Februar 2025 in Bochum | Foto by thw

Der Terror-Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, dauert seit vier Jahren an. „Vier Jahre voller Schmerz, Verlust und Dunkelheit“, sagt Viktorya Moskovych, die den Tag mit vielen anderen zusammen organisiert: „Vier Jahre voller Würde und Widerstand.“ Im Ruhrgebiet leben Tausende Ukrainer, dem Terrorkrieg entkommen. Jetzt, am Sonntag der Woche, in der sich Putins Terror zum vierten Mal jährt, versammeln sie sich in der Christuskirche Bochum. Familien und Freunde, Kinder und Chöre, Veteranen und Verbündete, wir.

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„Bayern soll zahlen“

Marcus Optendrenk Foto: Gebhard Bücker – www.marcus-optendrenk.de Lizenz: CC BY-SA 3.0

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) weist Forderungen Bayerns nach Änderungen beim Länderfinanzausgleich zurück. „Der Länderfinanzausgleich ist mehrere Jahre verhandelt und verändert worden, auch zugunsten der Geberländer wie Bayern. Man hat sich darauf nun bis 2030 verständigt, und ich finde, daran sollte man jetzt auch festhalten“, sagt Optendrenk im Interview mit der in Bielefeld erscheinenden

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Mit dem Zweiten sieht man faker

KI-Bilder der angeblichen Festnahme einer Mutter aus Honduras durch ICE-Beamte. Quelle: ZDF


Nach der Auszeichnung für die ARD-Korrespondentin von der Tann für ihre verzerrende Darstellung Israels hat nun auch das ZDF einen dicken Skandal wegen künstlicher Dummheit und erfundener Bilder. Die ÖRR-Sender versauen damit ihren ohnehin ramponierten Ruf und schaden der demokratischen Öffentlichkeit.

ARD, ZDF und Deutschlandfunk brüsten sich unentwegt damit, dass sie gegen Fakenews und Desinformation kämpften und deshalb unverzichtbar seien. Womit sie die Rundfunkbeiträge und ihre hohen Etats rechtfertigen wollen. Jetzt hat sich das ZDF selbst entlarvt, ob aus Fahrlässigkeit, Unvermögen oder mit Absicht, indem es in seiner Hauptnachrichtensendung KI-fabrizierte Videobilder einer angeblichen Festnahme einer Mutter weinender Kindern durch herzlose ICE-Beamte von Trump zeigte. Dazu noch zwar echte, aber ältere Aufnahmen von der Festnahme eines Verdächtigen – in einen falschen Kontext gerissen. Schlimmer geht’s kaum.

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Die radikale Mitte? Was soll das überhaupt sein?

Wolf Lotter Foto: Heinrich-Böll-Stiftung Lizenz: CC BY-SA 2.0


Mir persönlich erscheint es ziemlich einfach, die Mitte der Gesellschaft zu definieren, anderen fällt es hingegen schwer. Wenn aber Rechts- und Linksextreme rausfallen, bleibt die demokratische Mitte einfach übrig.

Auch Radikalität ist aus meiner Perspektive überhaupt nichts Schlimmes, denn sie beschreibt lediglich, eine Sache grundlegend, vollständig und kompromisslos anzugehen. Radikal leitet sich von Radix = Wurzel ab und meint, eine Sache konsequent an der

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Keine einzige Anklage in Kölner Cum-Cum-Ermittlungen

Benjamin Limbach Foto (Ausschnitt): Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen Lizenz: CC BY-SA 2.0

In den Cum-Cum-Ermittlungen der Kölner Justiz ist 2025 keine einzige Anklage erhoben worden. Das geht aus einer Antwort von NRW-Justizminister Benjamin Limbach auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt. In Köln laufen derzeit 130 Cum-Cum-Verfahren. Für 2026 könne er „keine belastbare Prognose“ abgeben – unter anderem

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