Die SED nannte es antiimperialistische Solidarität. Dazu gehörten Israelfeindschaft und die Unterstützung palästinensischen Terrors. Vierzig Jahre nach dem Parteitag (auf unserem modifizierten Aufmacherbild zu sehen) muss ihre Nachfolgepartei in Berlin schon darüber streiten, ob eine Vereinbarung gegen Antisemitismus den eigenen Leuten zu viel zumutet.
In Januar 2026 verlegte Günter Demnig in Wanne-Eickel in Andenken für Familie Hecht einen Stolperstein | Foto: Thomas Schmidt / Bildarchiv der Stadt Herne
Mit den Stolpersteinen hat der Kölner Künstler Gunter Demnig ein europaweit beachtetes Kunst- und Erinnerungsprojekt geschaffen. Die kleinen Messingtafeln erinnern an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Am 9. und 10. November 2026 kommt Gunter Demnig nach Herne, um weitere Stolpersteine zu verlegen. Sie werden an die Schicksale mehrerer Familien erinnern und ihre Geschichten dauerhaft im Stadtbild sichtbar machen.
Friedrich Merz, CDU Foto (Archiv): Roland W. Waniek)
Rechenzentren sind als Infrastruktur heute für die wirtschaftliche Zukunft so entscheidend wie das Eisenbahnnetz im 19. Jahrhundert. Daten des Branchenverbandes Bitkom zeigen: Die Zukunft findet nicht in Europa statt.
Um große Worte ist Bundeskanzler Friedrich Merz nie verlegen: Auf dem gestern in Berlin begonnenen Digitalgipfel sagte er zu Recht, Deutschland und Europa müssten viel schneller und besser darin werden, digitale Technologien zu entwickeln und sie auch wirklich zu nutzen. Vollmundig verkündete er seinen Anspruch: „Wir müssen, wir wollen Spitzenreiter werden.“ Doch wie so oft, wenn europäische Politiker über die Zukunft sprechen, ignorieren sie ihren größten Gegenspieler: die Wirklichkeit.
Das Filmforum am Dellplatz in Duisburg, 2018 (Foto: Peter Ansmann)
Geschichtsbewusstsein gehört zum Anspruch eines kommunalen Kinos. Ob es auch für den Spielplan zuständig ist, wäre beim Duisburger Filmforum noch zu klären. Am 9. November zeigt das städtische Haus den umstrittenen Dokumentarfilm NAZA über Israels Kriegsführung gegen die islamistischen Terrorgruppen in Gaza.
Der Zuschuss für das Kino steht im Haushalt, die Begeisterung im Programmtext. Eine erkennbare Auseinandersetzung mit der besonderen Zumutung dieses Datums müsste noch hinzukommen.
Die Berliner Linke will regieren. Ihr Nachwuchs liefert derweil die Argumente dagegen. Aus Neukölln kommt die Absage an eine Koalition mit SPD und Grünen. Der Berliner Jugendverband beklagt deren „Schikanen“, die Polizei bekommt die Parole „Kinderschläger raus aus Berlin!“ zu hören. Für die Presse lautet die Antwort: „Fickt eure Hetze!“ Solidarität gibt es ebenfalls. Sie gilt Ibrahim Ibrahim und dem Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee. Die Verteilung der Sympathien ist jedenfalls übersichtlicher als die Aussicht auf eine verlässliche Regierung.
Baustelle des Neubaus der Talbrücke Rahmede Foto: Asio otus / Wikimedia Commons Lizenz: CC BY-SA 3.0
NRW:„NRW ist sozusagen der neue Osten“(€)…RP NRW: Die SPD will sich die Kampfeslaune nicht nehmen lassen(€)…FAZ NRW: Gewerkschaft weitet Metaller-Warnstreiks aus…t-online
Berlin auf Glatteis. Die politischen Rutschgefahren für Sozis und Grüne sind bereits dokumentiert. (Foto: Peter Ansmann)
Die Berliner Linke hat für Koalitionsverhandlungen gestimmt. Ihre ungelösten Konflikte müssen deshalb noch lange nicht draußen bleiben. SPD und Grüne können jetzt besichtigen, was sie mitübernehmen würden: verteidigte Bündnispartner, bekämpfte Abgrenzungen und eine Partei, deren Führung auf dem Weg ins Rathaus von Protesten aus den eigenen Reihen begleitet wird. Die Mängel sind bekannt. Über die Schlüsselübergabe wird trotzdem verhandelt.
Am 2. November sollen laut SPD Berlin die Koalitionsverhandlungen beginnen. Der Parteitagsbeschluss vom 31. Oktober gibt Elif Eralp dafür ein Mandat. Er beantwortet noch nicht, was gemeinsame Zusagen in den Teilen ihrer Partei wert sind, die schon deren Zustandekommen für eine Kapitulation halten. Eine Mehrheit für Verhandlungen ist kein Prüfbericht über die künftige Regierung.
Die Koalition ist noch nicht ausgehandelt, aber die erste Erfolgsmeldung liegt schon vor. Die Berliner Palästina-LAG der Linken verkündet auf Instagram, ihr Antrag A6 sei angenommen worden. Elif Eralp darf verhandeln. Welche Erwartungen sie dabei zu erfüllen hat, wird vorsorglich öffentlich festgehalten.
„Schülerprotest“ in Hamburg am 5. Dezember 2025 (Foto: Peter Ansmann)
Die nächste Aktionswoche ist schon terminiert. Für die Aufarbeitung des ersten Protesttages genügt offenbar eine Instagram-Beschriftung. Der gemeinsame Bilanz-Post von genzregelt und Internationaler Jugend zählt die Teilnehmer auf der eigenen Seite und die Verantwortung für Eskalationen vor allem bei Medien und Polizei. So lässt sich eine Bewegung fortsetzen, ohne lange bei den unangenehmen Fragen stehen zu bleiben.
Der bundesweite Protesttag am 31. Oktober hat viele junge Menschen auf die Straße gebracht. Sie demonstrierten für Anliegen, über die sich vernünftig streiten lässt: Bildung, soziale Sicherheit, ihre Zukunft. Die pauschale Erzählung einer
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