Konkret Sonderheft: Kriegszustand – Israel und die antisemitische Internationale

Wenn man sich schon lange mit dem Nahostkonflikt, Antisemitismus und der Vermischung von beidem in Perspektiven auf Israel befasst, wird man bestimmte Erlebnisse kennen: Diskussionen im Bekanntenkreis, bei denen man merkt, wie viel Halbwissen existiert, Annahmen, die durch Hintergrundrauschen aus Berichten aus Medien, Stellungnahmen von vermeintlich seriösen NGOs entstehen und man selbst muss erst Grundlagenwissen erläutern, das viele zum ersten Mal hören.

Teilweise weiß man auch nicht, wo man bei den ganzen falschen Annahmen beginnen soll. Während man selbst einiges an Literatur zu diesen Themen gelesen hat und danach eigene Fehlannahmen korrigieren musste, wünscht man sich, die Leute hätten zumindest denselben Wissensstand. Da kann man froh sein, dass vergangenen Monat das Sonderheft der linken Politikzeitschrift konkret „Kriegszustand – Israel und die antisemitische Internationale“ erschienen ist. Auf 66 Seiten wird auf die häufigsten Fehlannahmen sowohl zum Begriff des Antisemitismus als auch zum Nahostkonflikt eingegangen, ebenso wie auf Milieus, die man durchaus als antisemitische Superspreader bezeichnen kann.

Das Sonderheft beleuchtet zunächst den Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023, dessen Vorgeschichte sowie die politischen und gesellschaftlichen Folgen des anschließenden Krieges. Dabei werden die Ziele und Ideologien der Hamas und anderer palästinensischer Organisationen untersucht sowie deren Verhältnis zu Antisemitismus und Antizionismus analysiert („Vorsicht, Zionismus!“, „Das war ein Massaker“, „Hier ist ein Jude – töte ihn!“, „Von konkret“, „Ihr Kampf“, „Zittere, Zion“).

Im Anschluss steht die Debatte über Israels militärisches Vorgehen im Gazastreifen im Mittelpunkt. Diskutiert werden Vorwürfe des Völkermords, der Apartheid und möglicher Kriegsverbrechen sowie deren völkerrechtliche Bewertung. Dabei werden sowohl die israelische Sicherheitslage als auch die rechtlichen und politischen

Weiterlesen

Der gefährlichste Tech Bro sitzt in Peking

Xi Jinping Foto (Ausschnitt): Simon Dawson / No 10 Downing Street Lizenz: CC BY 4.0

Europa führt einen Kulturkampf gegen amerikanische Tech-Unternehmer, während China systematisch seine technologische Macht aufbaut.

Sie entwickeln die leistungsfähigsten KI-Systeme der Welt, bauen Raketen, entwerfen Computerchips und verändern ganze Industrien. Sam Altman, Jensen Huang, Alex Karp, Elon Musk, Dario und Daniela Amodei, Larry Page, Sergey Brin und Demis Hassabis gehören zu den mächtigsten Unternehmern und Forschern unserer Zeit. Für viele Kritiker bilden sie den Kern einer der derzeit meistgehassten Gruppen der Welt: der Tech Bros.

Weiterlesen

Hagen erhebt sich, zumindest ein wenig

Basketball. Quelle: Wikipedia, Foto: Austin Bjornholt, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es gibt Städte, die leben von ihrem Glanz. Und dann gibt es Hagen. Die Stadt an der Volme hat in den vergangenen Jahren zuverlässig bewiesen, dass man selbst aus bescheidenen Voraussetzungen noch etwas Tristeres machen kann. Wer durch die Innenstadt spaziert, bekommt selten das Gefühl, in einem urbanen Zukunftsprojekt gelandet zu sein. Eher wirkt vieles wie die Kulisse einer Dokumentation über die Nachwirkungen wirtschaftlicher Depressionen.

Sportlich sah es lange nicht viel besser aus. Während andere Städte Meisterschaften feierten, Stadien ausbauten oder sich wenigstens über einen überraschenden Pokallauf freuen durften, sammelte Hagen eher Enttäuschungen, Insolvenzen und Durchhalteparolen. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet jetzt wieder ein wenig Licht durch die dichten Wolken dringt.

Weiterlesen
Werbung


Ruhrgebiet punktet mit vergleichsweise günstigen Mieten

Haus im Bochumer Ehrenfeld Foto: Laurin

Im Ruhrgebiet lässt es sich vergleichsweise günstig wohnen. Das zeigt eine aktuelle ImmoScout24-Auswertung der 71 kreisfreien Großstädte in Deutschland mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Sieben der 15 Städte mit Angebotsmieten unter 8,50 Euro pro Quadratmeter liegen im Ruhrgebiet. Mit 7,25 Euro landet

Weiterlesen

Bodo im Juni: Wie Beginen heute leben

Die Juniausgabe des Straßenmagazins erzählt, wie 30 Frauen auf Dortmunds Beginenhof leben, wie Bodo Wartke Lieder schreibt, wie Karl-Heinz Granitza aus Lünen den US-Fußball dominierte, was sich junge IranerInnen in Deutschland wünschen, wie Ely mit 16 auf der Straße landete und warum sie heute Sozialarbeit studiert.

Auf dem Titel: Beginenhöfe gibt es seit dem Mittelalter. Selbstständig lebende Frauen schließen sich zusammen und führen ein Leben in Gemeinschaft. In Dortmund übersetzt eine 30-köpfige Hausgemeinschaft seit 20 Jahren diese Idee in die Gegenwart, engagiert sich im Alltag und wird gemeinsam alt.

Im Porträt: Bodo Wartke, der Kabarettist mit dem vertrauten Vornamen feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bühnenjubiläum. Mit verschmitzt-virtuosem Klavierkabarett füllt er Hallen, aus Kinderzimmern klingen seine gerappten Zungenbrecher und mit „Barbaras Rhabarberbar“ wurde er schließlich zum TikTok-Star.

Weiterlesen

Der Ruhrpilot

Hendrik Wüst, CDU (Foto: Roland W. Waniek)


NRW:
Könnte dieser Mann Deutschland flottkriegen?(€)…Spiegel
NRW: Trotz Embargo boomt in NRW der geheime Russland-Handel…Focus
NRW: Romantischer wird’s nicht mehr…Zeit

Weiterlesen
Werbung


Die Toten Hosen haben den Absprung verpasst

Hosen-Sänger Campino hat früher mehr riskiert. Quelle: Wikipedia, Foto: Libertinus Yomango, Lizenz: CC BY-SA 2.0

In diesen Tagen kommt man den Toten Hosen kaum noch aus dem Weg. Parallel zur Veröffentlichung ihres offiziell letzten Studioalbums (und dem Abstieg ihrer geliebten Fortuna in die 3. Liga) startet die große Abschiedstournee der Düsseldorfer Punkrock-Institution. Die Marketingmaschinerie läuft auf Hochtouren, die Medien überschlagen sich mit Würdigungen, Rückblicken und Lobeshymnen. Kaum ein Radiosender, kaum eine Talkshow, kaum eine Kulturseite verzichtet derzeit auf einen Beitrag über Campino und seine Mitstreiter.

Das überrascht wenig. Wenn jemand seinen Abschied ankündigt, dominieren meist die positiven Stimmen. Kritik gilt schnell als unangebracht. Doch gerade deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, einen etwas anderen Blick auf die Toten Hosen zu werfen. Einen Blick, der nicht von Nostalgie verklärt ist.

Weiterlesen

Der WDR greift die freie Presse an

Katrin Vernau mit Tom Buhrow bei der Wahl zur Intendantin des WDR am 27. Juni 2024 Foto: Superbass Lizenz: CC BY-SA 4.0

Der WDR ist ein Koloss: 1,70 Milliarden Euro groß ist sein Etat im laufenden Jahr, über 3700 fest Beschäftigte und zahlreiche freie Journalisten arbeiten für den Kölner Sender. Und der will sich künftig stärker auf die regionale Berichterstattung konzentrieren. Das sagte WDR-Intendantin Katrin Vernau schon bei ihrem Amtsantritt 2025. Im Februar dieses Jahres stellte der WDR dann klar, in welche Richtung es gehen soll. „Wir wollen die regionale Berichterstattung für die Menschen im Land

Weiterlesen

Wohnungsbau in NRW bricht weiter ein: So wenige Neubauten wie seit 2011 nicht mehr

Neubaugebiet in Duisburg (Foto: Roland W. Waniek)


Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen kommt nicht aus der Krise. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben von IT.NRW landesweit nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 3.840 Wohnungen beziehungsweise 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Zuletzt wurden in NRW im Jahr 2011 mit 34.442 Wohnungen weniger neue Wohnungen fertiggestellt.

Besonders stark fiel der Rückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus. Die Zahl der fertiggestellten Einfamilienhäuser sank um 13,9 Prozent auf 6.345. Bei

Weiterlesen