Die Islamparanoiker von Pro NRW versuchen neuerdings, in Witten Fuß zu fassen. Nach eigenen Angabe fand vorigen Freitag eine Infoveranstaltung zum neuen Ortsverband“statt, bei der „insbesondere die Möglichkeiten eines kommunalen Wahlantritts im Jahre 2014 diskutiert“ wurde. Ortsbeauftragte für Witten wird eine „junge und engagierte“ Peggy Hufenbach. Es dürfte für sie und ihre Mitstreiter ein recht fruchtloses Unterfangen werden, in Witten auch nur den Anschein von Bedeutung zu erwecken. Denn vorher müssen sie an einer Truppe ganz anderen Kalibers vorbei.
Für Jüdinnen und Juden läutet der Neujahrstag Rosh ha-Shana heute das Jahr 5773 ein. Eigentlich begann der schon gestern – denn jüdische Feiertage starten bereits beim Sonnenuntergang des Vorabends. Das Fest dauert zwei Tage und ist für orthodoxe Juden gleichzeitig der Beginn der „zehn ehrfurchtsvollen Tage“, die bis zum Versöhnungsfest Jom Kippur andauern. Säkulare Juden feiern in der Regel nur den ersten Tag des Festes. An Rosh ha-Shana sind Juden dazu angehalten, das vergangene Jahr zu reflektieren und Bilanz zu ziehen. Da gibt es viel aufzuarbeiten: Die Bedrohung Israels durch den Iran, das Massaker von Toulouse, Angriffe auf offener Straße, die hochgekochte Beschneidungsdebatte… Die großen und kleinen Ereignisse stellen die jüdische Gemeinschaft vor große Herausforderungen. Daher wünschen wir viel Kraft und alles Gute für 5773!
*Die Floskel „Guten Rutsch“ leitet sich von „Rosh ha-Shana“ ab.
Gestern gab’s hohen Besuch in Bochum. Im sozialen Zentrum fand die „Erste heilige Nudelmesse“ der „Kirche des fliegenden Spaghetti-Monsters“ statt. Geleitet wurde die Messe von „Bruder Spaghettus“ und seiner Gehilfin „Elli Spirelli“. Eingeladen wurde die skurrile Truppe von der Initiative Religionsfrei im Revier. Bei der Messe wurde das fliegende Spaghetti-Monster (FSM) als Gott verehrt. Es gab Predigten, gemeinsame Gebete, die mit dem Bekenntnis „Ramen!“ endeten, ein Abendmal und vor allem: Ganz viel zu lachen. Selbst Journalisten der Zeitung „Neues Deutschland“ waren anwesend. Hier einige kleine Impressionen.
Ruhe vor dem Sturm: Bruder Spaghettus und Elli Spirelli im Plausch mit ihren Schäfchen, den „Pastafaris“. Spaghettus: „Wir sind viel bessser als andere Religionen. Bei uns gibt es eine Gott-Zurück-Garantie! Wenn sie mit unserem Spaghettimonster nicht mehr zufrieden sind, garantieren wir ihnen: Ihr alter Gott nimmt sie zurück!“
Kann gefährlich werden: Homosexualität im Fußball, Foto: Markus Merz / (CC BY-NC 2.0)
Vor einigen Tagen hat die Bundeszentrale für politische Bildung ein Gespräch mit einem schwulen Fußball-Profi geführt. Der Mann, der anonym bleiben möchte, berichtete von seiner Angst vor einem Coming-Out. Jetzt hat sich die Bundeskanzlerin zu dem Thema geäußert: „Wir können ein Signal geben: Ihr müsst keine Angst haben. Das ist meine politische Botschaft“, sagte sie Berichten zufolge bei der Präsentation einer neuen Kampagne, die homosexuelle Profi-Kicker zum Coming-Out ermutigen soll. Die Chancen, dass sich die Fußballkultur grundlegend ändert, und Vielfalt akzeptiert, sind jedoch nicht groß.
Sie wirken schlicht hilflos, all die schönen Kampagnen, Slogans und Aktionen, mit denen versucht wird, das Fußball-Stadion für „Randgruppen“ betretbar zu machen. „Gegen Rassismus“ gehört ja nun schon zum Inventar, „Geh deinen Weg“ ist die neueste Kampagne, die sich wieder einmal in Schadensbegrenzung versucht. Fußball-Stadien umweht stets das Flair einer No-Go-Area für Migranten, Juden, Homosexuelle und alle anderen, die nicht den Vorstellungen mancher „Fans“ entsprechen. Diskriminierende Spruchbänder und Fanslogans, Affenlaute und Bananenwürfe auf schwarze Spieler, Gewalt gegen Unbeteiligte, Antisemitismus, Sexismus, Neonazi-Propaganda; Die Realitäten in deutschen Stadien machen es einem nicht leicht, sich für den Sport zu begeistern.
Der Oberbürgermeister von Frankfurt, Peter Feldmann (SPD), hat seine Teilnahme an der Verleihung des Adorno-Preises abgesagt. Die amerikanische Philosophin Judith Butler soll dort morgen den mit 50.000 Euro dotierten Preis für ihr Lebenswerk erhalten. Sie steht wegen umstrittener Äußerungen zum Nahost-Konflikt in der Kritik, ihr wird unter anderem Antisemitismus vorgeworfen. Im Vorfeld hatten mehrere jüdische Verbände und Initiativen zu einem Boykott aufgerufen. Feldmann ist Mitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, die ebenfalls einen Boykott der Veranstaltung angekündigt hat. Der Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) wird nun die Veranstaltung leiten. Feldmanns Büro ließ mitteilen, ein voller Terminkalender sei schuld an seinem Fernbleiben, nicht etwa die aktuelle Debatte um Butler. Dass Feldmann nicht anwesend sein wird, sei schon vor der Diskussion klar gewesen. Für den morgigen Tag hat das „Bündnis Kein Adorno Preis für Judith Butler!“ eine Protestkundgebung angemeldet.
Gestern trafen sich rund 100 Mitglieder des „Bund der Vertriebenen“ (BdV) in Witten, um ihren „Tag der Heimat“ im Rathaus zu begehen. Die Organisation war nach 1945 ein wichtiges Auffangbecken für ehemalige Nazi-Funktionäre und anderer Personen, die sich am Holocaust beteiligten. Vor allem in den ersten Jahrzehnten des Verbandes dominierten NS-Funktionäre den Verband; die ideologischen Kontinuitäten werden von Kritikern bis heute gesehen. Die Stadt Witten und die Lokalpresse hätten das wissen können.
„Die Bürgermeisterin der Stadt Witten und die Verwaltung müssen sich die Frage gefallen lassen, warum der BdV ohne weiteres den Ratssaal zur Verfügung gestellt bekommen haben“, sagt Tessa König. Die Studentin ist am vergangenen Sonntag zum Wittener Rathaus gekommen, um gegen die BdV-Veranstaltung zu protestieren. „Einschlägige Studien belegen die personelle NS-Kontinuität des Verbandes“, sagt König.
Und tatsächlich: Bis Mitte der sechziger Jahre war die Führungsriege durchzogen von NS-Verbrechern, von SA- und SS-Führern, NSDAP-Funktionären, Antisemiten und anderen Beteiligten der Judenvernichtung. Das angebliche Ziel des BdV ist es
Will Freiheit für Assange: Sevim Dagdelen, Foto: (CC BY-NC-SA 2.0) , flickr via dielinke_nrw
Die Bochumer Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke) will am kommenden Sonntag den Wikileaks-Gründer Julian Assange in London besuchen. Der Australier befindet sich derzeit in der ecuadorianischen Botschaft, welche ihm Asyl gewährt. Seit zwei Jahren wird in Schweden gegen Assange ermittelt, zwei Schwedinnen erheben Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn. Sevim Dagdelen scheint das egal zu sein – sie schlägt Assange sogar für den Friedensnobelpreis vor.
„Als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses fühle ich mich besonders verpflichtet, alles für eine diplomatische und die Menschenrechte wahrende Lösung des Konfliktes zu unternehmen und einen Menschen vor Folter, ungerechtfertigter lebenslanger Haft oder sogar dem Tod zu bewahren“, teilt Sevim Dagdelen, Sprecherin der Linken für Internationale Beziehungen, in einer Pressemitteilung mit. Ihre Anteilnahme scheint allerdings Grenzen zu haben. Mit ihrem pathetischen Plädoyer meint die Bochumerin freilich nicht die zwei Frauen, die Assange Vergewaltigung vorwerfen – sie meint Assange selbst. Und das, obwohl die Vorwürfe nicht aus der Welt sind.
Dagdelen möchte Julian Assange, den politisch verfolgten Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit beuchen. Treffen wird sie aber auf Julian Assange, den mutmaßlichen Vergewaltiger. Sicher, das Verfahren könnte eine Finte sein, um Julian Assange an die USA auszuliefern. Dort würde er dann wegen der Veröffentlichung hochsensibler Daten juristisch belangt werden, auch die Todesstrafe droht.
Zwei Mitglieder des deutsch-afrikanischen Freundeskreises Daraja e.V. sind beim Gedenken an die rassistischen Ausschreitungen in Rostock Lichtenhagen vor 20 Jahren offenbar selbst Opfer von Rassismus geworden. Ihnen wurde – trotz offizieller Einladung – der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt, ohne Begründung. In einem Video schildern die beiden den Vorfall:
Hamas-Kämpfer, Bild: (CC BY-NC 2.0) MATEUS_27:24&25 on Flickr
Am 9. September wollen jüdische, muslimische und andere Gruppierungen in Berlin gegen das Beschneidungsverbot demonstrieren. Unter dem Slogan „Auf Messers Schneide: Religionsfreiheit„ rufen die Initiatoren auf zu „Toleranz, Weltoffenheit und Gelassenheit gegenüber einer Tradition, die für die jüdische und muslimische Identität essentiell ist.“ Mit „Toleranz und Weltoffenheit“ dürfte es bei einigen Unterstützern der Aktion nicht weit her sein: In der Liste der Unterzeichner findet sich auch eine Tarnorganisation der palästinensischen Hamas.
„Nachdem einige Beschneidungsfürworter eh schon alle theoretischen Überlegungen zum Antisemitismus über Bord geworfen haben, soll nun am 9. September eine Pro-Beschneidungsdemo stattfinden, auf welcher auch HAMAS (…) mitmarschieren wird“, schreibt der Buchautor und Jurist Tilman Tarach auf seiner Facebook-Seite. Es geht um das „Islamische Kultur- und Erziehungszentrum Berlin e.V.“, welches im Verfassungsschutzbericht 2010 auftaucht. Dort heißt es:
„In Deutschland tritt die HAMAS nicht offen in Erscheinung. Ihre Anhänger treffen sich in Moscheen, Moscheevereinen und islamischen Zentren. Als Berliner Treffpunkt von HAMAS-Anhängern gilt das ‚Islamische Kultur- und Erziehungszentrum Berlin e.V. (IKEZ).'“ (Seite 206)
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