Ein Frühstückstisch. Vater im Unterhemd liest die BILD-Zeitung. Wütender Blick. Gezackte Sprechblase: „Früher hatten die Politiker noch mehr Ecken und Kanten!“
Sohn im Teenageralter, gelangweilt von seinem Tablet aufschauend: „Ja, da waren die noch polygon gerendert.“
Zum Glück vorbei: abgesperrte Spielplätze Foto: R. F. v. Cube
Mein alter Hausarzt war ein ehemaliger Schiffsarzt bei der Marine. In unserer WG führten wir eine ganze Sammlung seiner markigen Sprüche. Etwa: “Sie haben Eisenmangel? Dann müssen Sie vielleicht mal die Straßenbahnschienen ablecken!” Später, nachdem die WG-Zeiten vorbei waren und ich selbst fertiger Arzt war, brauchte ich eine Krankmeldung. Er sagte zu mir, ganz unter Kollegen: “Wissen Sie, was ich mache, wenn ich krank bin? Weiterarbeiten!”
Natürlich bekam ich trotzdem meine Bescheinigung, aber er stellte klar, dass mich das zu einem Weichei machte.
Ein Typ mit Geheimratsecken und Brille sitzt an einem Schreibtisch. Vor sich ein Notizzettel, darauf gekritzelt ein kleiner Trump mit Sprechblase: „Kein Präsident vor mir hat mehr Corona-Tote erreicht als ich!“
Neben dem Zeichner ein Radio. Gezackte Sprechblase aus dem Radio: „Präsident Trump nennt Amerikas Corona-Tote a badge of honor.“
Denkblase über dem Zeichner: „Mist, jetzt war er schon wieder schneller!“
Es gibt einen Twitter-Account, der heißt „Das ist witzig, weil…“. Jeder Tweet dieses Accounts beginnt mit den Worten „Das ist witzig, weil…“ und dann folgt die Erklärung eines Witzes oder Beitrags. Dort wird z.B. das Bild eines Preisschildes geretweetet auf dem steht „Baby Dampfgarer und Mixer, 69,99“ und der Begleittext dazu lautet: „Das ist witzig, weil die Preisauszeichnung suggeriert, dass der Dampfgarer und Mixer speziell für die Zubereitung von Kleinkindern geeignet ist.“ Das wiederum ist witzig, weil durch die lapidare und stets staubtrockene Formulierung jede Pointe zunichte gemacht wird. Würde man diese Erläuterungen vorlesen, müsste man es, damit es witzig bleibt, konsequent mit ernster Miene und ohne mit der Wimper zu zucken tun. Es ist witzig, weil es den Witz kaputt macht. Damit konterkariert es die Erwartung, dass eine Pointe zünden soll, ohne erklärt zu werden und es konfrontiert den Leser mit der Frage, ob der Witz, über den er gerade so gelacht hat, wirklich so tiefgründig ist, wie er denkt.
Es gibt auch eine Sendung namens „Homies“ auf ZDFneo. Dort machen zwei Komiker namens Moritz Neumeier und Till Reiners unter Ausstrahlung von viel Selbstbewusstsein Witze und zwar von zuhause aus, per Video-Chat (oder einem Sendungsdesign, das wie ein solcher wirkt). Das ist witzig, weil „Homies“ auch ein Slang-Wort aus der Rap-Szene ist und derzeit ja viele im „Home Office“ sind.
Ein Bischof. Sprechblase: „Wir widersprechen der Aussage unserer Kollegen. Das Virus ist natürlich keine Schöpfung von kinderfressenden Reptilienmenschen. Es ist wie alles andere die Schöpfung eines allmächtigen Wesens, das als sein eigener Vater aus einer jungfräulichen Mutter kam, um als Brot … Moment, jetzt habe ich den Überblick verloren.“
Ein Mann in Arbeitskleidung kachelt ein Bad. An der Wand lehnt eine Frau mit verschränkten Armen und schaut ihm kritisch zu.
Bildunterschrift: Das „Recht auf Home Office“ fanden Fliesenleger Horst Reuter und seine Frau zwar immer noch etwas seltsam, aber wenigstens wurde jetzt endlich mal das Bad renoviert.
Universität Oxford – Eines der Zentren der modernen Wissenschaft Foto: Nikos D. Karabelas Lizenz: CC-BY 4.0
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind zwar zumeist etwas langlebiger als die Ministerpräsidentenschaft von Thomas Kemmerich, aber wie diese sind sie von vorneherein dazu gedacht, in Frage gestellt und möglichst bald durch etwas Besseres ersetzt zu werden.
Wenn Herr Kemmerich also das Laschet-Zitat twittert („Wenn Virologen alle paar Tage ihre Meinung ändern, müssen wir in der Politik dagegenhalten“), dann beschwört er die Idee, es sei irgendwie mannhaftoder konsequent, zu einer Meinung zu stehen, die inzwischen überholt ist. Dabei ist eben das Gegenteil der Fall.
Ein Mann sitzt am Tisch, die Hände großspurig über dem Bauch gefaltet, flattert arrogant mit den Augenlidern. Gegenüber sitzt eine Frau mit hängenden Schultern und ratlosem Blick.
Sprechblase über dem Mann: „Eine deiner schlechtesten Eigenschaften, Barbara, ist – neben deiner Niederträchtigkeit, deiner Unzulänglichkeit und deiner erbärmlichen Unansehnlichkeit – dass du einfach keine sachliche Kritik verträgst!“
Vielleicht ist The Top das unterschätzteste aller Cure-Alben. Ich habe es jedenfalls nie in irgendwelchen Besten-Listen gesehen. Die Leute schätzen entweder “die alten Sachen” oder die Disintegration. Oder vielleicht, wenn sie die poppigere Seite mögen, The Head On The Door.
Wenn man der Erzählung folgt, nach der The Cure mit Lovecats und Japanese Whispers poppig und tanzbar geworden sind, wenn man dann noch die Leichtigkeit von The Head On The Door im Kopf hat, dann kann man schnell glauben, The Top wäre nur ein etwas untergegangener Zwischenschritt auf diesem Weg. Ist da nicht The Caterpillar drauf und dann bestimmt noch mehr in der Richtung?
Ein Labor, mit Tiegeln, Erlenmeyerkolben etc. Darin mehrere Leute in Kitteln und ein Mann im Anzug. Sprechblase über einem der Kittelträger: „Chef, wir haben hier so ein Zeug, das haben wir mal Xylophosan genannt. Sollen wir es reintun und schreiben: Neu – jetzt mit wertvollem Xylophosan oder sollen wir es weglassen und schreiben: Neu – Garantiert 100% frei von Xylophosan?“
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