Mieterforum Ruhr gegen THS Privatisierung

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die RAG-Stiftung die RAG in ihre Einzelteile zerlegt. Auch die Wohnungsbaugesellschaft THS könnte dann einen neuen Besitzer bekommen. Und das macht dem Mieterforum Ruhr Sorgen.

10 Milliarden muss die RAG-Stiftung zusammen bekommen, um die Ewigkeitskosten des Bergbaus zu stemmen – und selbst das wird wahrscheinlich nicht reichen. Um das zu erreichen, muss sie verkaufen was sie hat: Evonik. Der Mischkonzern besitzt eine Chemieunternehmen (Degussa) betreibt Kraftwerke (Steag) und ist einer der größten Immobilienbesitzer Deutschland: Evonik-Wohnen und THS. Das passt alles nicht zusammen und ist in seinen Einzelteilen wertvoller als als Konzern. Für einen Börsengang keine gute Aussichten. Also zerschlagen.

Einige Stadtwerke des Ruhrgebiets planen bei der STEAG einzusteigen, die Chemiesparte wird man verkaufen oder einzeln an die Börse bringen können – bleiben die Wohnungsbauunternehmen.

Sowohl Evonik-Wohnen als auch THS haben einen großen Teil ihres Bestandes in der Emscher-Lippe-Zone – der unattraktivsten Region des Ruhrgebiets. Wegzug und niedrige Mieten bestimmen hier das Bild auf dem Immobilienmarkt. Die Perspektiven sind schlecht. Wer kauft sowas? Jemand der schnell Kasse machen will und die Bedeutung des Wortes Investition erst einmal im Wörterbuch nachschlagen muss. Das haben in den vergangenen Jahren die Erfahrungen mit Unternehmen wie Gagfah oder Deutsche Annington gezeigt, die ganze Siedlungen erworben haben. Man könnte eine Bibliothek füllen, mit den Skandalen rund um dieses Unternehmen.

Und dass die Geschichte der missratenen Privatisierungen weiter geht, ist die Sorge des Mieterformus Ruhr, einem Zusammenschluss von Mieterinitiativen aus dem Ruhrgebiet. Sie fürchten, das der Evonik-Anteilseigner CVC die THS übernimmt. Das machte das Mieterforum gestern in einer Pressemitteilung deutlich. Das Mieterforum fordert, das die THS bei der Stiftung bleibt:

Mieterforum Ruhr fordert, dass die Wohnungen dauerhaft bei der RAG-Stiftung und unter besonderem Einfluss von Land und IG BCE bleiben. Helmut Lierhaus, Sprecher Mieterforum Ruhr: „Nach den zahllosen negativen Erfahrungen mit Finanzgesellschaften auf dem Wohnungsmarkt ist es nicht zu verantworten, den wechselhaften Kapitalmarkt an einem Wohnungsunternehmen zu beteiligen, das sozial und ökologisch ausgerichtet sein soll. Es ist zwar positiv, dass IG BCE und RAG Stiftung, wo ein großer politischer Einfluss besteht, u.a. durch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, im Boot bleiben wollen und auch ein Börsengang der Wohnungen ausgeschlossen werden soll. Mit einem „Wolf im Schafspelz“ im Wohnungsunternehmen bleibt die Beunruhigung bei den Evonik- und THS-Mietern aber bestehen.“

Und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre haben die Mieter auch jeden Grund sich für den Fall, das CVC die THS übernimmt, Sorgen zu machen.

Der Ruhrpilot

Oberster Ampel-Fan Andreas Pinkwart

NRW: FDP muss Pinkwarts Abgang zur Profilierung nutzen…Welt

NRW II: „Es hat Spaß gemacht“…FAZ

Duisburg: Jung, wild, betrunken…Spiegel

S21: Wenige Protestler bei Stuttgart 21-Demos in Bochum…Der Westen

Ruhrgebiet: Teures Rheinland, günstiges Ruhrgebiet…Süddeutsche

Ruhrgebiet II:…auf der Spielemesse…Pottblog

Bochum: Vierte Runde im Tortenprozess…Bo Alternativ

Bochum II: NPD-Mann Wulff soll ins Gefängnis…Ruhr Nachrichten

Dortmund: Neuer Ärger beim FZW…Der Westen

Dortmund II: Parteien eher gegen Bürgerentscheid…Der Westen

Kunst: Manifest Destiny…Denkfabrik

Umland: Verzwickte Schulpolitik…Zoom

Trauer: Kondolenz-Blog für Loki Schmidt…Zeit

Pinkwart wird Ossi

Oberster Ampel-Fan Andreas Pinkwart

Er war neben Jürgen Rüttgers (CDU) der große Verlierer der NRW-Landtagswahl: FDP-NRW Chef Andreas Pinkwart. Jetzt verlässt er die Politik und wird Ossi.

Pinkwart  erklärte  seinen Rücktritt als Vorsitzender der FDP in NRW und als stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP. Sein Landtagsmandat gibt er im kommenden Frühjahr ab.

Eine verlorene Wahl und danach die Demütigungen durch die eigenen Leute, die Pinkwart nicht zum Fraktionsvorsitzenden wählten und seine Ampel-Avancen nicht mittragen wollten – das macht keinen Spaß und tut weh.

Den einstigen Wissenschaftsminister des Kabinetts Rüttgers zieht es zurück in di Wissenschaft. Pinkwart ist Professor für Volks- und Betriebswirtschaftslehre und wird zum 1. April eine Professur an der privaten Handelshochschule Leipzig (HHL) annehmen. Darauf einen Broiler.

Werbung


S21-Tag in Bochum

Gleich zwei Demonstrationen nehmen sich heute in Bochum dem Thema Stuttgart 21 an.

Stuttgart 21 ist weit. Und was in der Maultaschen-Metropole so passierte interessiert ausserhalb Schwabens normalerweise kaum jemanden. In diesem Jahr ist das anders. Der Konflikt um denBahnhofsneubau in  der Baden-Würtembergischen Landeshauptstadt ist der Konflikt des Herbstes – und Stuttgart im Moment der Hotspot der Republik.

Und der Streit um den Bahnhof reicht bis ins Ruhrgebiet. Gleich zwei Demos gibt es heute in Bochum. Eine für und eine gegen S21.

Der Bochumer CDU-Ratsherr Dirk Schmidt wird ab 16.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof für das Milliardenprojekt demonstrieren. Für ihn auch ein Zeichen der Solidarität mit den Christdemokraten in Stuttgart, die gerade dabei sind, sich in die Opposition zu beamen.

Der DKP-Ableger Soziale Liste hält zeitgleich und daneben dageben und will das Bahnhofsgeld lieber im Ruhrgebiet verbaut sehen.

Und nein, es werden keine Massenveranstaltungen, sondern eher Beiträge zum Skurrilen-Herbst 2010.

Sag Nein zu den Jesus-Freaks

Joswig und Schlange hatten gestern im Rottstraßen Theater ihre Lesung. Wie es war? Gut natürlich.

Drei Stücke haben Bastian Schlange und Patrick Joswig aka Wattenscheider Schule gestern in der Rottstraße gelesen. Lange Reportagen, sprachmächtig und bildreich. Die Tour mit den besoffenen Fans der SG Wattenscheid 09 zum Auswärtsspiel nach Köln war eine harte Nummer. Nicht nur für die beiden, die fast auf die Nase bekommen hätten. Die Schilderung der Versuche diverser Wattenscheider in einem wackeligen Bus auf der Autobahn in eine Cola-Flasche zu pinkeln zeigten, dass Fantum eine harte Sache sein kann.

Und dann die Tour zum Prickingshof nach Haltern. Eine Kaffeefahrt, bei der Rentner wie Vieh über den Hof getrieben und ausgeplündert werden. Und sich auch noch darüber freuen, wenn ihnen irgendein pickeliger Schmierlapp  Matratzen andreht. Menschenverachtung pur.

Am Ende gab es den Bericht einer Tour zu einem Festival der Jesus-Freaks. Christliche Fundamentalisten, die sich wie übriggebliebene Hippies aus den 70ern geben und mit Jesus-Terror-Force-Shirts durch die Gegend laufen. Und sehr  unangenehm werden können. Abgründe des Wahnsinns taten sich auf.

Die Prickingshof- und die Jesus-Freaks Geschichte sind auch im nächsten Ruhrbarone-Print-Ding, das bald erscheint.

Über zwei Stunden dauerte die Lesung. Und anschließend ging es zur Aftershow-Party in den Intershop.

Der Ruhrpilot

NRW: Hannelore Kraft seit 100 Tagen fest im Sattel…Der Westen

NRW II: Röttgen rechnet mit dem Scheitern von Kraft…Welt

NRW III: …plant Gesetzesänderung für Hochtief-Rettung…Welt

Bochum: Simpsons-Zeichner Morrison zu Gast in Bochum…Der Westen

Dortmund: Der ewige Streit um Flugzeiten und Landebahn…Der Westen

Dortmund II: Jusos werfen FraktionschefAlleingang beim Flughafen-Bürgerentscheid vor…Pottblog

Dortmund III: TU-Logo auf dem Mathe-Tower – Uni schweigt zur Finanzierung…Pflichtlektüre

Essen: Erster Goldautomat…Ruhr Nachrichten

Essen II: Das sind die Trends bei Gesellschaftspielen…Ruhr Nachrichten

Umland: Künast fordert Wowereit heraus…Spiegel

Umland II: Blick ins Nachbartal…Zoom

Umland III: „Keine gemeinsame Identität konstruieren“…Solinger Tageblatt

Show: Leichenteile online kaufen…Kueperpunk

Medien: RTL II schädigt Gehirnzellen…Patje

Internet: Mediatheken durchsuchen und mitnehmen…Netzpolitik

Werbung


Zwischennutzung: City-Immobilie in Essen

Auch nach der Räumung ist das DGB-Haus in Essen attraktiv für Kreative und alle, die was machen wollen.

Gut, die Verhandlungen zwischen Freiraum 2010 und der DGB Tochter VTG sind gescheitert. Dabei ist das DGB-Haus an der Schützenbahn eigentlich nicht schlecht. Es gibt keine Vermarktungsperspektive, es hat viele Räume und im Erdgeschoss ist Platz für eine Galerie und ein kleines Café. Der Bau ist gut zu erreichen, man ist in der Innenstadt. Vielleicht hätte man ja gar nicht auf bewährte Heißluftproduzenten wie Dieter Gorny bei den Verhandlungen setzen sollen. Der sprach mit der VTG – die Besetzer waren nicht dabei. Für Dieter Gorny gab es nichts zu holen. Die Gespräche scheiterten.

Es kann aber auch anders laufen: Man kann ja auch Druck auf den DGB ausüben und mit den Menschen reden, die den VTG-Chefs sagen, was sie zu tun haben. Ein lohnender Ansprechpartner wohnt sogar im Ruhrgebiet: Claus Matecki wäre da jemand, mit dem man mal reden könnte. Matecki sitz im Bundesvorstand des DGB und ist dort auch für die VTG zuständig. Matecki wohnt in Herdecke und stammt aus Wanne-Eickel. Wäre doch schön zu wissen, warum er es als Gewerkschafter und Sozialdemokrat gut findet, wenn ein Haus, für das es keine wirtschaftliche Perspektive gibt, vor sich hin gammelt. Und warum die DGB-Tochter gleich nach der Besetzung durch die Freiraum-Leute mit Räumung drohte.  Nur eines sollte man Matecki ersparen: Sich mit Dieter Gorny abgeben zu müssen.

Kontakt

Christoph Hahn, Büroleiter von Claus Matecki
E-Mail: ch************@dg*.de

Mehr zum Thema Zwischennutzung:

Zwischennutzung: Probeliegen in Dortmund…Klick

Zwischennutzung: Kunst und Leerstände in New York…Klick

Zwischennutzungen und Kreativquartiere Ruhr…Klick

Zwischenraum: Atelierfläche in Bochum sucht Nutzer…Klick

Zwischenraum: Speicher in Dortmund…Klick

Zwischenraum: Ausstellungsfläche in Bochum…Klick

Zwischenraum: Traumimmobilie im Dortmunder Kreuzviertel…Klick

Vom Sinn und Unsinn der Zwischennutzung…Klick

Aufruf: Wir suchen leerstehende Häuser…Klick

Bürger, kommt heute zur Lesung der Wattenscheider Schule!

Die Wattenscheider Schule rockt heute das Theater in der Rottstraße in Bochum.

Um 20.00 Uhr geht es los. Patrick Joswig und Bastian Schlange, die beiden Jungs der Wattenscheider Schule, lesen aus neuen und alten Werken. Vieles war  hier schon bei den Ruhrbaronen zu lesen. Wir würden uns freuen, wenn die Hütte voll wird. Bis nachher.