Ein Marsch von 490 Nazis, 1000 Gegendemonstranten – die Bilanz des 1. Mais in Dortmund fällt gemischt aus.
Es fällt schwer zu verstehen, wie DGB-Funktionäre und sozialdemokratische Würdenträger am 1. Mai im Westfalenpark bei Sonnenschein in ihre Bratwürstchen beißen können, während, nur fünf Jahre nach dem Überfall auf eine DGB-Demonstration, Nazis ein paar Kilometer entfernt das Verbot von SPD, DGB und den Nationalen Sozialismus fordern und mit Sprüchen wie „Ali, Mehmet, Mustafa, geht zurück nach Ankara“ durch den Dortmunder Stadtteil Westerfilde ziehen. Das SPD und DBG sich nicht stärker an den Protesten gegen die Nazis beteiligt hat, ist nicht nachvollziehbar, mehr noch, es ist unentschuldbar. Es fällt schwer zu verstehen, wie Polizeipräsident Gregor Lange es zulässt, das Nazis während ihres Aufmarsches am Straßenrand stehende Bürger bedrohen und beleidigen und auch nicht einschreitet, wenn ein Polizeibeamter aus der Nazi-Demonstration heraus angegriffen wird. Noch am Mittwoch löste die Polizei eine Kundgebung der Nazis auf, weil die volksverhetzende Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ gerufen wurde – am Donnerstag wurde genau diese Volksverhetzung nicht geahndet. Lange hatte versprochen, den Nazis “ Keinen Millimeter mehr“ zuzugestehen, als er rechtlich muss. Lange hatte viel versprochen,