25 Jahre Perlentaucher: „Die Feuilletondebatte ist eine deutsche Besonderheit“

2003: Der Perlentaucher erhält den Grimme Online Award Foto: Privat


2000 startete das Kulturmagazin Perlentaucher, in diesem Jahr feiert es seinen 25. Geburtstag. Der Perlentaucher veröffentlicht nicht nur Presseschauen zu Literatur, Filmen und – was in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat – Feuilletondebatten, sondern initiiert sie und nimmt an ihnen teil. Beim Perlentaucher veröffentlichten unter anderem Götz Aly, Pascal Bruckner, André Glucksmann, Jürgen Habermas, Richard Herzinger und Necla Kelek. Stefan Laurin sprach mit Perlentaucher Thierry Chervel, der den Perlentaucher zusammen mit Anja Seeliger redaktionell leitet.

Ruhrbarone: 25 Jahre Perlentaucher. Damit gehört ihr zu den Seiten, die am längsten online sind, und mit eurem Newsletter wart ihr so etwas wie Pioniere.

Thierry Chervel: Pioniere ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Wir kamen fünf Jahre nach Windows 95, und das war die Zeit, in der man das Internet entdeckte. Windows 95 war ein wichtiger Einschnitt, weil es zum ersten Mal für all

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Bundestag diskutiert Ruhrbarone: Kulturmittel des Bundes für BDS? Selbst nach 10/7? Ja, sagt Claudia Roth

Claudia Roth | BKM-Pressefoto by J. Konrad Schmidt

1,8 Mio für sieben „internationale Produktionshäuser“, die angekündigt haben, den antisemitischen BDS als eine „Haltung“ zu präsentieren, die Ruhrbarone hatten berichtet. BDS ist Hamas-hörig. Im Bundestag hat die CDU/CSU-Fraktion den Bericht aufgegriffen und Claudia Roth befragt, Antwort: Es handele sich um „Musik, Literatur, Tanz und Theater“, die 1,8 Mio gingen raus. Und: Den Ruhrbaronen drohe eine Klage „wegen Verleumdung“.

Sieben Spielstätten zeitgenössischer Kultur, alle millionenschwer subventioniert, drei davon mit Mitteln des Landes NRW, haben sich –  ein halbes Jahr nach den infernalischen Massakern an Israelis  –  einen Code of Conduct gegeben, der regele, wie sie mit BDS verfahren, der Kulturabteilung der Hamas. Man sei gegen Antisemitismus und gegen Boykott, heißt es darin, und habe „rote Linien“ eingezogen. Die allerdings dazu führen, „dass wir auch weiterhin Künstler*innen im Programm haben werden, deren Grundwerte wir teilen und die gleichzeitig mitunter Haltungen vertreten, die wir nicht teilen – wie zum Beispiel die Unterstützung von Boykott-Bewegungen“. Hier Grundwerte, dort Haltungen? Antisemitismus ausschließen, um Antisemiten einzuladen? So ist es gedacht, zu den Grundwerten rechnen die sieben Spielhäuser die „uneingeschränkten Menschenrechte“, zu den Haltungen den Boykott von Menschen. Als Grundwert gelte „Antidiskriminierung“, der Boykott von Israelis dagegen sei Haltung. „Solidarität“ sei ein Grundwert, der mörderische Hass auf Juden wiederum, wie BDS ihn pflegt, sei eine Haltung, die „wir aushalten müssen“. Juden auch?

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