Wo Lindner noch Subventionen abbauen könnte…

Bergbau-Subventionen zu steichen ist immer eine gute Idee. Die Folklore-Industrie sollte möglichst schnell beendet werden. Aber nur von Bergbau-Subventionen zu sprechen ist billig.

Kaum hat FDP-Generalsekretär Christian Lindner einen schnelleren Ausstieg aus den Kohle-Subventionen gefordert kommt Protest gegen die Forderungen. Aber leider geht der in die falsche Richtung: Lindner hat Recht, wenn er einen schnelleren Ausstieg aus dem Bergbau fordert. Es ist aber billig von ihm, nur den Ausstieg aus den Bergbau Subventionen zu fordern. Ich könnte mir auch den Abbau von Steuersubventionen für Hoteliers vorstellen.

Oder den Abbau von Landwirtschaftssubventionen in der EU, die Deutschland als größtem Zahler Milliarden kosten. Oder einen Bürokratieabbau, die Zusammenlegung von Bundesländern und noch vieles mehr. Das Ende der Pendlerpauschale fänd ich auch in Ordnung. Oder wie wäre es damit,  Einkünfte aus Kapitalanlagen genauso zu versteuern wie  Einkünfte aus Arbeit?

Sich wie Lindner nur den Bergbau rauszugreifen ist billig, aber für einen FDP-Politiker ungefährlich. Ernst nehmen könnte man Lindner erst, wenn er gegen Subventionsabbau auch in den Bereichen wäre, die FDP-Wählern weh tun würden.

»Reich-Ranicki versetzte Walsers Selbstbewusstsein einen Todesstoß«

Dieser Tage wurde ein weiterer Band von Martin Walsers Tagebüchern veröffentlicht. Dies ist ein Ereignis, das gewöhnlich allenfalls eine übersichtliche Gruppe von Germanisten und Walser-Lesern zu interessieren vermag. Doch diesmal ist alles anders, denn die Aufzeichnungen umfasen die Jahre 1974-1978 und dokumentieren somit einen der berühmtesten Streite der Nachkriegsliteratur: Die Walser-Reich-Ranicki-Debatte.

„Ein belangloser, ein schlechter, ein miserabler Roman“, heißt es in Marcel Reich-Ranickis 1976 in der F.A.Z. publizierten Rezension des Walser-Romans „Jenseits der Liebe“. Es ist der Inbegriff eines Verrisses, der noch heute seinesgleichen sucht. Wo andere Literaturkritiker sich auf ausufernde Inhaltsangaben beschränken, bezieht Reich-Ranicki schonungslos Stellung: „Es lohnt sich nicht, auch nur eine einzige Seite dieses Buches zu lesen“, stellt er fest. Walsers Roman sei nicht „Jenseits der Liebe“, sondern vielmehr „Jenseits der Literatur“: „In dieser Asche gibt es keinen Funken mehr.“

Wer jemals Walsers Roman gelesen hat, stellt fest, dass Reich-Ranicki sich mit diesem Verriss nicht profilieren, sondern lediglich seinem Ärger über dieses Stück missratener Literatur zum Ausdruck bringen wollte. Damals äußerte sich Walser – zumindest nicht öffentlich – zu Reich-Ranickis Verriss. Wie man nun aber den Tagebüchern dieser Zeit entnehmen kann, hat es die Reaktion vom Bodensee-Schriftsteller in sich. Auf mehr als 60 Seiten ergeht sich der spätere Autor der unsäglichen Paulskirchenrede und des mit antisemitischen Klischees spielenden Abrechnungsromans „Tod eines Kritikers“ in Rachephantasien. Aus dem Reich der Literatur ausgewiesen zu werden sei schlimmer als aus seinem Heimatland ausgewiesen zu werden, schreibt Walser und konstatiert: „In unserem Verhältnis bin ich der Jude“.

Hellmuth Karasek, langjähriger Weggefährte von Martin Walser und Marcel Reich-Ranicki, spricht im Interview mit Philipp Engel über Walsers Narzissmus und dessen antisemitische Reflexe.

Herr Karasek, sind Sie vom Ausmaß der Verletzung überrascht, die Marcel Reich-Ranickis Verriss bei Martin Walser hinterlassen hat?

Wenn man jung ist und selbst rücksichtslos mit seinem Leben umgeht, dann wird einem der Grad der Verletzung, auch bei anderen, nicht in dem Maße deutlich, wie es nachträglich der Fall ist. Für Martin Walser, der die Hoffnung hegte, Großautor der deutschen Literatur zu werden, gab es aber noch eine andere lebensverändernde Enttäuschung. 1960 hatte er den Roman »Halbzeit« geschrieben, der damals von Friedrich Sieburg, Marcel Reich-Ranickis Vorgänger als Literaturchef der FAZ, ungemein negativ besprochen wurde. Diese Kränkung wiederholte sich dann, als Reich-Ranicki »Jenseits der Liebe« rezensierte …

… und als »Jenseits der Literatur« bezeichnete.

Ja, denn Walser wollte sich mit Autoren wie Günter Grass und Uwe Johnson messen, die Literaturwelt erobern. Doch Reich-Ranickis Rezension versetzte Walsers Selbstbewusstsein einen Todesstoß, wollte er doch als eleganter und gleichsam bedeutender Schriftsteller der Bundesrepublik gelten.

An einer Stelle heißt es in Walsers Tagebüchern: »In unserer Beziehung bin ich der Jude.« Wollte sich der ehemalige Wehrmachtssoldat mit einer solchen Täter-Opfer-Umkehr »reinwaschen«?

Ich nehme an, dass er damals tatsächlich dieses völlig überzogene Gefühl hatte. Ein Autor wie Walser kann aus seiner tiefen narzisstischen Kränkung heraus gar nicht erkennen, was für einen gefährlichen Vergleich er da anstellt. Im Warschauer Ghetto, das Reich-Ranicki überlebte, ging es um existenzielle Auslöschung. Es gab keinerlei Gerechtigkeit oder Berufungsinstanz. Dagegen war der Literaturbetrieb der Bundesrepublik doch etwas sehr Kommodes. Walser hatte erfolgreiche Lesungen, sicherlich haben ihm auch die Damen zu Füßen gelegen und ihn angehimmelt. Aber wegen der Kritiken konnte er nicht vollends durchstarten. Die Rezension von Reich-Ranicki war für ihn eine zutiefst narzisstische Kränkung.

»Es ist für einen Schriftsteller schlimmer, aus der Literatur hinausgewiesen zu werden, als aus seinem Land ins Exil, in ein anderes Land vertrieben zu werden«, schreibt Walser.

So kann nur ein völlig überkandideltes Ich empfinden. Tagebücher sind immer maßlos. Dass man das aber nun drei Jahrzehnte später veröffentlicht und in heutigen Interviews auf der damaligen Einschätzung beharrt, zeigt, dass die Wunde immer noch nicht verheilt ist. Das Ganze hat etwas Hanebüchenes. Kein Kritiker wird jetzt »Jenseits der Liebe« noch einmal lesen und sich fragen, ob es zu Unrecht damals vom Tisch gefegt wurde. Ich jedenfalls tue es nicht.

Halten Sie es für möglich, dass Martin Walsers umstrittene Rede in der Paulskirche über die »Moralkeule Auschwitz« und sein Roman »Tod eines Kritikers« Ausfluss der vernichtenden Literaturkritiken Reich-Ranickis waren?

Ich denke, die FAZ hat recht, wenn sie schreibt, dass mit Walsers Rede in der Paulskirche und dem Roman »Tod eines Kritikers« der Korken aus der seit Langem gärenden Flasche geradezu herausgeschossen ist. Und was dabei herauskam – Walser sieht es bis heute nicht ein –, muss man als einen antisemitischen Reflex deuten. Ich habe damals bei der Paulskirchenrede in der Tat gedacht: Das ist die direkte Reaktion auf Reich-Ranickis Verriss von »Ein springender Brunnen«. Und der »Tod eines Kritikers« ist und bleibt, wie Felicitas von Lovenberg mit Recht schreibt, ein fatales Buch.

Das Interview erschien auch in der Wochenzeitung “Jüdische Allgemeine”

Asterix bei den Kirgisien – ein Bericht aus den himmlischen Bergen

Vor ein paar Tagen kam es zu einem Umsturz in Kirgisien. Unser Ruhrbaron Marcus Bensmann ist vor Ort. Er sprach mit dem gestürzten Präsidenten des zentralasiatischen Staates und prophezeit eine verdammt harte Zeit zu beiden Seiten des Tien-Shan-Gebirges – wie die himmlischen Berge auf krigisisch genannt werden. Hier sein Bericht:

Das Chaos in der zentralasiatischen Republik Kirgistan erinnert mich sehr an Asterix bei den Goten. Im Comicband drischt der eine Goten-Chef dem anderen Goten-Chef mit einem Knüppel auf den Kopf und verkündet, dass er nun Chef aller Goten sei. Die anderen Chef lachen aber dabei nur.

In Kirgistan ist das nicht anders. Vor fünf Jahren stürzte die sogenannte Tulpenrevolution den ersten kirgisischen Präsidenten Askar Akajew aus dem Amt. Die Revolte wurde getragen von unzufriedenen Clanführern aus dem Süden des durch das Tien-Schan-Gebirge in Norden und Süden zweigeteilten Landes. Die Clanleute bezahlten Tagelöhner und verbündeten sich mit den örtlichen Banditenchefs und stürmten zuerst die Städte in Sükirgistan Dschalalabad und Osch und dann die kirgisische Hauptstadt Bischkek. Akajew floh nach Russland. Die Opposition machte einen der ihren – Kurmanbek Bakijew aus Dschalalabad – zum neuen Chef.

Bakijew wurde Präsident und begann seine früheren Verbündeten abzuservieren.

Die Banditenchefs, die ihm an die Macht gebracht hatten, wurde erschossen.

Die anderen Kampfgenossen kalt gestellt. Die kirgisische Politikerin Rosa Utanbaewa war einer von Bakijew Mitstreitern, die aber dann in die Opposition gegen Bakijew ging.

Im April drehte sich das Bild. Diesmal begannen die Aufstände der Revolte in den Nordprovinzen in Talas und Narin, und schwappten dann am 7. April auf Bischkek rüber. Hier wurde die Sachen blutig.

Hatte sich die Revolte vor fünf Jahre damit begnügt Geschäfte zu plündern, knallte diesmal die Sicherheitskräfte in die anstürmende Menge, die gegen den Präsidentensitz anrannte. Die Demonstranten waren nicht viele, aber entschlossen. Knapp 5000 Mann erstürmten trotz tödlichen Kugelhagels das weiße Haus in Bischkek und zwangen den Präsidenten Kurmanbek Bakijiew zur Flucht. Rosa Utanbaewa übernahm die Regierungsgeschäfte der Notstandsregierung, löste das Parlament auf.

Bakijew floh aber nicht ins Ausland sondern ging zurück in seine Heimatstadt Dschalalabad. Hier steht sein Vaterhaus in einem Stadtviertel unweit des Zentrum, die Strassen dort heißen alle Bakijew. Der Präsident hat hier eine Jurte aufgestellt, wie man die örtlichen Filzzelte der Schafshirten nennt. Die Jurte dient Bakijew als Empfangsraum samt Samtsesseln und Holzschreibtisch.

An diesen Ort hat sich der Präsident mit seinen Anhängern und seiner Familie – vor allem mit seinen sieben Brüdern – zurückgezogen und sagt, er sei weiterhin Präsident, und daran werde sich auch nichts ändern. Zudem gibt Bakijew die Schuld für das Blutbad der Opposition. „Die habe zuerst geschossen“, sagt Bakijew, die Sicherheitskräfte hätten nur reagiert.

Wenn jetzt Rosa Utanbaewa sagt, sie sei Chefin, dann Bakijew lacht nur. Er denkt nicht daran aufzugeben.

Die Provinzen und Städte im Süden haben sich zwar offiziell der neuen Macht unterworfen. Aber gleichwohl können Bakijew und seine Brüder ein gesamtes Stadtviertel im Herzen des Landes okkupieren – ohne das auch nur eine Staubspur von kirgisischen Sicherheitskräften zu sehen ist.

So sieht der Bauplan für einen Bürgerkrieg im Herzen Zentralsiens aus – eben wie bei Asterix bei den Goten.

„Das Judentum war für mich etwas Negatives“

Irvin D. Yalom gilt als einer der einflussreichsten Psychotherapeuten der USA. Seit dem Ende seiner Karriere als Therapeut und Professor an der Stanford-Universität schreibt der 1931 als Sohn jüdisch-russischer Einwanderer geborene Yalom einen Bestseller nach dem anderen. Zu seinen erfolreichsten Büchern zählen „Und Nietzsche weinte“ sowie „Die Schopenhauer-Kur“, die beide im Milieu der Psychoanalyse angesiedelt sind.

Im Interview spricht Irvin D. Yalom über Glück, Freuds Irrtum und die Gemeinsamkeiten zwischen Psychologie und Literatur.

Herr Yalom, Sie haben als Psychotherapeut und als Bestsellerautor Karriere gemacht. Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen der Psychologie und der Literatur?

Der zentrale Berührungspunkt ist, dass beide Disziplinen das Innere des Menschen zu erforschen versuchen. Ob Freud oder Kafka – beide dringen bis zum Kern des menschlichen Wesens vor. Für mich sind Psychologie und Literatur dieselbe Seite einer Medaille. Auch deshalb hätte ich ohne Dostojewski und Mann nie Medizin studiert und mich auf die Psychiatrie spezialisiert.

Inwiefern?

Meine Eltern sind als jüdische Immigranten 1920 aus ihrem »Schtetl« in der Ukraine in die USA immigriert. Dort bin ich in Washington in einem keineswegs privilegierten Viertel aufgewachsen. In diesem Milieu wurde man entweder Arzt oder Geschäftsmann. Und da ich von klein auf Bücher geradezu verschlungen habe, entschied ich mich für die Medizin. Ich ahnte, dass die Psychiatrie mehr mit der Literatur gemeinsam hat als mit der Geschäftswelt.

War Ihnen die Literatur ein Zufluchtsort aus der Wirklichkeit? Sie sollen als Kind mit ihrer Jüdischkeit gefremdelt haben.

Ja, ich habe als Kind rebelliert. Das Judentum war für mich etwas Negatives. Ich bin säkular und glaube nicht an Gott, aber ich habe mich durch die jüdische Literatur und Philosophie dem Judentum angenähert. Derzeit arbeite ich an einem Roman über Spinoza. Meine Beschäftigung insbesondere mit jüdischen Autoren hält bis heute an.

Sie haben im vergangenem Jahr von der Stadt Wien den Internationalen Sigmund-Freud-Preis für Psychotherapie verliehen bekommen. Was verbindet Sie mit Freud?

Freud ist nicht weniger als ein Genie gewesen. Er hat mit der Psychoanalyse die Psychologie revolutioniert.

An vielen deutschen Psychologie-Fakultäten gelten seine Theorien als bloße Metaphysik, da seine Thesen oftmals weder zu beweisen noch zu widerlegen sind.

Ich stimme nicht mit dieser Kritik überein. Nach und nach werden viele Urteile von Freud bestätigt. Gleichwohl gibt es viele Aspekte, die überholt sind. Aber wie sollte das auch anders sein? Freud wurde vor über 150 Jahren geboren. Jede Wissenschaft baut auf den Ergebnissen vorangegangener Denker auf – und entwickelt sich weiter.

Das Thema Glück spielt in Ihren Büchern eine zentrale Rolle. Wie halten Sie es mit Freuds Maxime, dass Glück im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen sei?

Es gibt keine Schöpfung, keinen übergeordneten Plan oder Zweck! Die Natur »passiert« einfach. Vor diesem Hintergrund ist Freuds Urteil weder richtig noch falsch. Wir müssen uns damit abfinden, dass es keinen Gott gibt. Aber auch ohne Glaube kann jeder Mensch glücklich sein. Auch wenn der Tod über uns kreist wie ein Damoklesschwert.

Sie bezeichnen das Bewusstsein vom Tod als Schlüssel zum Glück. Wie passt das zusammen?

Ich habe als Therapeut festgestellt, dass das Wissen vom Tod viele Menschen unglücklich macht. Aber nur, wenn man sich vergegenwärtigt, dass das Leben endlich ist, können wir es wertschätzen. Das ist für mich etwas sehr Jüdisches. Das Leben ist kostbar, also verschwende es nicht!

Das klingt reichlich positiv…

… und ist dennoch meine Überzeugung. Darauf basiert mein ganzes berufliches Leben. Wir Psychotherapeuten versuchen, unsere Klienten weniger unglücklich zu machen. Oder positiv formuliert: glücklicher. Genau wie Schriftsteller.

Sie sagen, Sie seien nicht religiös. Dennoch ist die Religion in Ihren Büchern immer präsent. Was bedeutet Ihnen der Glaube?

Ich bin kein religiöser Mensch, aus diesem Grund bedeutet mir auch das Judentum relativ wenig. Wir haben diese kindliche Vorstellung, niemals altern und sterben zu müssen. In diesem Sinne wirkt die Religion wie ein linderndes Medikament gegen die schmerzliche Erkenntnis des Todes. Auf einer anderen Ebene bin ich aber sehr interessiert an religiösen Ideen. Wie gerade erwähnt, arbeite ich an einen Roman über Spinoza, der bekanntlich mit der Religion in Konflikte geriet.

Spinoza wurde als junger Mann wegen seines starken Zweifels an Gott aus der „portugiesischen« Synagoge ausgeschlossen.

Ja, all das beschreibe ich in meinem Buch: sein Verhältnis zum Judentum, der Anteil religiöser Ideen in seinem Werk und die Frage, warum er sogar von der Gemeinde verfolgt wurde. In gewisser Weise hat mein Buch auch mit dem Antisemitismus der Nazis zu tun sowie mit Alfred Rosenberg, der maßgeblich für die Nazi-Ideologie verantwortlich war.

In ihrem neuen Buch „Ein menschliches Herz“ beschäftigen Sie sich zum ersten Mal ausführlich auch mit der Vergangenheit Ihrer Familie. Sie sind Jahrgang 1931: Warum hat dieses Thema so lange nicht Eingang in ihr Werk gefunden?

Die Familie meines Onkels wurde von den Nazis in der Ukraine ausgelöscht. Ich halte es für möglich, dass ich unterbewusst Schuldgefühle hatte, da ich in den USA unter vollkommen friedlichen Bedingungen aufwuchs. Und wie so oft im Leben hält man erst im Alter Rückschau und stellt sich erst dann auch den unangenehmsten Fragen. Nachdem mir mein Freund Robert L. Berger zum ersten Mal ausführlich von seiner vom Holocaust geprägten Kindheit erzählte, schrieb ich seine Geschichte, zusammen mit ihm, einfach auf.

Das klingt nach einer Art therapeutischen Schreiben. Ihr Roman „Die Schopenhauer-Kur“ hingegen legt nahe, dass die »Bibliotherapie«, also das Lesen von Büchern, eine existenzielle Rettung bedeuten kann. Würden Sie dem zustimmen?

Es gibt viele Menschen, deren Leben von Büchern und nicht von Psychotherapeuten gerettet wird. Meine Haltung dazu bringt der Titel von Woody Allens aktuellem Film auf den Punkt: „Whatever Works“.

Das Interview erschien auch in der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“

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Afghanistan: Ein verdammt schlechter Grund zu sterben…

Gestern sind drei Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan gestorben. In einem sinnlosen Krieg, den der Westen nicht gewinnen kann. Es ist unverantwortlich, weitere Leben aufs Spiel zu setzen.

Der Westen wird in Afghanistan keines seiner Ziele erreichen. Der militante Islamismus wird dort nicht besiegt werden. Wir werden nicht dafür sorgen können, das auch afghanische Mädchen dauerhaft die Schulen besuchen können und wir werden nicht die mörderischen Taliban zum Teufel jagen. Wären diese Ziele erreichbar, wäre es verantwortbar das Leben von Mitbürgern in Afghanistan zu riskieren. Aber diese Ziele sind nicht erreichbar. Im „Friedhof der Imperien“ scheitert auch die NATO.

Die Taliban sind auf dem besten Weg Partner des Westens zu werden, das Regime von Präsident Karzai ist nicht viel mehr als eine Bande krimineller Drogenhändler, die mit anderen Banden, kooperiert um andere Banden von der Macht und vom Drogengeld zu verdrängen.

Gestern sind drei Bundeswehrsoldaten gestorben, um Leute an der Macht zu halten, die in Europa sofort in den Knast wandern würden. Das ist ein verdammt schlechter Grund zu sterben.

Die Waldorfschule: Eine soziale Frage?

Die Waldorfschule stellt ihr pädagogisches Projekt oft als eine soziale Frage heraus. Das hat mit der Tatsache zu tun, dass die Waldorfschule aus einem sozialen, politischen Impuls entstand.Von unserem Gastautor von Ramon De Jonghe .

Mit seiner Idee der „Sozialen Dreigliederung“[1] behauptete Rudolf Steiner seinen Anspruch, die bestehende Gesellschaft reformieren zu können. Nicht nur die Deutsche Gesellschaft lehnte Steiners Plan ab. Selbst seine eigenen anthroposophischen Unterstützer zeigten wenig Interesse an Steiners politischen Ambitionen. Sie konnten nicht verstehen, dass ihr verehrter Meister, ein Eingeweihter in „Höheres Wissen“, sich mit „schmutziger Politik“ beschäftigte. Die soziale Revolution, oder Erneuerung, wie Steiner sie gern sehen wollte, blieb aus. Aber das bedeutete nicht, dass Steiner es aufgab, seine anthroposophische Heilslehre zu verbreiten. Er suchte nach anderen Wegen, die „Unerleuchteten“ zu erreichen.

Steiners guter Freund, der „Waldorf-Astoria“ Zigaretten-Fabrikant und Anthroposoph Emil Molt, gab Steiner dazu die Gelegenheit. Molt machte den Vorschlag, eine Schule für die Arbeiter seiner Fabrik zu gründen. Als Steiner klar wurde, dass er keinerlei Einfluss auf das politische Leben hatte, stimmte er zu, Leiter der neuen Schule zu werden. 1919 präsentierte Steiner die erste Waldorfschule als eng mit seiner Idee der „Dreigliederung“ verbunden:

„… Wir möchten diese neue Schule schaffen wie ein Beispiel; diese Schule, nach der sich eigentlich ahnungsvoll viele Menschen sehnen, die man aber nicht den Mut hat, wirklich ins Auge zu fassen. Glauben wird man müssen, verstehen wird man müssen, daß dasjenige, was man soziale Frage nennt, durchaus auch an der so charakterisierten Schulfrage hängt; daß dasjenige, was man soziale Umwandlung nennt, sich nicht zuletzt in der Weise wird vollziehen müssen, wie das bei der Waldorfschule versucht wird. Es würde ein ungeheurer Schaden sein, wenn gerade der soziale Impuls verkannt würde, welcher der Begründung der Waldorfschule zugrunde liegt. … „[2]

Man  M U S S  glauben und  M U S S  verstehen? Spricht hier der Autor der „Philosophie der Freiheit“? Jedenfalls konnten durch die Waldorfschule von Anfang an anthroposophische Prinzipien einen Platz in der Gesellschaft erobern, da die Schule ein Teil der „Dreigliederung“ war. Die Aussage des Erziehungswissenschaftlers Professor Klaus Prange: „Die Waldorfpädagogik und die Waldorfschule sind der Versuch, diese Heilsbotschaft über Erziehung auf Dauer zu stellen“, kommt wahrlich nicht aus heiterem Himmel.

Bis heute hat die Waldorfschule die Erwartungen ihres Begründers auf soziale Erneuerung nicht erfüllt. Im Gegenteil. Die Geschichte der Waldorfschule zeigt eine Spur von unsozialem Verhalten, in dem Intrigen, Einschüchterungen und Drohungen nicht fehlen. Wie sehr sich Steiners Verehrer auch bemühen, dies anders zu sehen, ist eine Waldorfschule doch weit von einem Beispiel für eine Gemeinschaft entfernt, die wirklich „sozial“ genannt werden könnte. Dies wird deutlich, wenn wir einen Blick auf das Zeugnis von Menschen werfen, die massive Auseinandersetzungen mit Waldorflehrern, Waldorfsprechern oder Anthroposophen hatten. Man könnte sich fragen: Wie kann es sein, dass eine Gemeinschaft, in der es so viele Menschen gibt, die die „Wahrheit“ gefunden zu haben glauben, solch ein Desaster an menschlichen Beziehungen hervorbringt?

Natürlich werden Waldorfschulen dieses Problem nicht eingestehen. Nein, sie sprechen lieber in ihrem blumigen Jargon von „Dingen, die ihren Weg auf ihrer Reise kreuzen“ oder von „karmischen Gesetzen, die Teil eines höheren Plans sind“. In vielen Fällen werden Entschuldigungen vorgebracht, um das unsoziale Verhalten zu „erklären“. Wie: „Die Waldorfschule ist ein soziales Experiment; vergleiche sie mit einem sozialen Laboratorium; unsere Schüler sind sozial kompetenter als andere; Arbeit für die Freiheit hat seinen Preis; Menschen, die in einem vorherigen Leben Feinde waren, kommen nun in der Waldorfschule zusammen und müssen ihr Karma bewältigen, was Spannungen mit sich bringt; …“ Diese Antworten sind nicht wirklich überzeugend, aber dies ist auch nicht wirklich wichtig: Die Menschen  M Ü S S E N  glauben und verstehen …

Wird vollständiges Leugnen das unsoziale Verhalten der Waldorfschulen ändern? Sind Anthroposophen wirklich solche Idioten, dass sie glauben, dass ein Problem durch Leugnung gelöst werden kann? Sicher, sie  M Ü S S E N  Probleme abstreiten. Sie  M Ü S S E N  etwas anderes glauben. Oder vielleicht besser: Sie  M Ü S S E N  dem „Volk“ etwas anderes glauben machen, was in der Tat bedeutet: eine „Mogelpackung“ verkaufen.

Ausser Hörweite der Öffentlichkeit sprechen die Verehrer der Waldorfschule eine andere Sprache. Der bekannte Niederländische Anthroposoph und ehemalige Waldorflehrer Wim Veltman schrieb eine Broschüre über die Probleme in Waldorfschulen. Diese Broschüre wurde nie veröffentlicht, wird aber als Flugblatt unter Anthroposophen und Waldorflehrern verbreitet. Veltman stellt klar, dass „wenn es einen Ort gibt, wo sich die unsoziale Strömung eingenistet hat, es in der Freien Schule ist [„Freie Schule“, d.h. Waldorfschule]“. Seine Kritk beschränkt sich nicht auf die Niederländischen Waldorfschulen, sondern gilt für die Waldorfschulen weltweit:

„In achtzig Jahren der Freien Schulbewegung in den Niederlanden und anderswo in der Welt ist die soziale Struktur der Freien Schule ein beständiges Problem gewesen. Wenn sich die „unsoziale Strömung“ im letzten Jahrhundert irgendwo hat ausleben können, dann war es in den Freien Waldorfschulen (eine vereinzelte Ausnahme nicht in Erwägung genommen). Und dies, obwohl die Waldorfschule, in gewissem Sinne, aus einem sozialen Erneuerungs-Impuls hervorging!“[3]

Es gibt ein Sprichwort: „The tools of improvement don’t always fit the hand in need“ [„Die Werkzeuge zur Verbesserung passen nicht immer zur Hand, die sie braucht“]. In diesem Fall sind die Werkzeuge Steiners „Einsichten“, die aus seiner okkulten Weltsicht stammen, während die Hand, die sie braucht, die Schüler repräsentiert. Dass die Hand nicht nur leer bleibt, oder nicht die richtigen Werkzeuge bekommt, um nach dem Waldorfschulleben weiter zu kommen, sondern sie auch sozial gelähmt wird, hat schon der Schulpsychologe Fritz Beckmannshagen in seiner kritischen Studie gezeigt.

Nach der Lektüre des Erziehungswissenschaftlers Prange und der anthroposophischen Autorität Veltman kann ich nur zu dem Schluss kommen – und dies auch in Hinblick auf meine eigenen Erfahrungen, als ich noch selber in der Waldorfbewegung aktiv war –, dass die soziale Umgebung einer Waldorfschule in keiner Weise Kindern die Grundlage bieten kann, eigenverantwortliche, soziale menschliche Wesen zu werden.

Zum Autor: Ramon De Jonghe arbeitete als Erzieher in einer Waldorfschule, war im Vorstand dieser Waldorfschule. Er war ehrenamtlich für die Rudolf Steiner Akademie tätig, studierte an einer anthroposophischen Hochschule. Drei seiner Kinder besuchten für einige Jahre zwei verschiedene Waldorfschulen. Er arbeitet zur Zeit als freier Mitarbeiter an der Universität von Antwerpen als Assistent für Prüfungen zur Sprachentwicklung von Kindern.
Homepage von Ramon De Jonghe…Klack

[1] vergleiche Klaus Prange, “Erziehung zur Anthroposophie”, S. 165:

“Das Einzige, was Steiner als Movens für die künftige Ordnung anerkennt, ist das »freie Geistesleben« [»freie Geistesleben«, d.h. die Anthroposophie]. Von diesem »Zufluß« werden »sowohl der politische Staat wie das Wirtschaftsleben« profitieren (R. Steiner, GA 23). Wenn alle vernünftig und anthroposophisch sind, wird auch die rechte Welt da sein:

»Auf dem Gebiete des politischen Staates werden sich die notwendigen gesunden Ansichten durch eine solche freie Wirkung des Geistesgutes bilden (ebd.).«

Insofern fällt bei aller Gleichwertigkeit der Einzelglieder doch dem Geistesleben eine Führerrolle zu, so wie sich Plato die Philosophen als Herrscher über die Restklassen der Gesellschaft dachte.”

[2] R. Steiner, „Vortrag für die Eltern der Waldorfschulkinder“, Stuttgart, 31. August 1919, GA 297

[3] W. F. Veltman, „De Vrije School – Ondergang en nieuwe geboorte?“, Den Haag 2000

Reaktionen auf Spiegel und Werbeblocker: Hybris und Unverständnis

Kaum hatte Frank Patalong auf Spiegel.de darauf hingewiesen, dass Werbeblocker das Geschäftsmodell von kostenlosen Onlinemagazinen gefährden, wurde er mit Hohn und Spott überzogen. Manche verstiegen sich sogar zu Drohungen gegen SPON.

Menschen machen Medien nicht, weil sie sonst nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen. Zumindest keine, die es in Qualität und dem Umfang von Spiegel-Online, FAZ.de oder Zeit.de aufnehmen können.

Guter Journalismus kostet Geld – und je besseren Journalismus man will, um so teurer wird es. Gute Autoren verlangen ein ordentliches Gehalt, Recherchen können sehr aufwendig sein und auch Fotografen wollen Geld für ihre Arbeit sehen. Frank Patalong wies im seinem Artikel auf die banale Tatsache hin, dass es zwei Mögklichkeiten gibt, dieses Geld zu verdienen: Payd Content oder Werbung.

Das Geschäftsmodell fast aller Online-Medien beruht auf Werbung und diese Einnahmen sind umso höher, je mehr Leute diese Werbung sehen. Klar dass da Werbeblocker stören. Und auch klar, dass der Spiegel auf dieses Problem hinweist und eigentlich nichts anderes macht, als an die Solidarität seiner Leser zu appellieren.

Ich fand den Artikel nicht besonders aufregend und es gut, wie ehrlich der Spiegel mit seinen Problemen umging. Umso mehr hat mich die Reaktion überrascht: Für Wirres war es „Qualitätsheulsusenismus“ und Jan Schejbal forderte. Werbung dürfe nicht mehr nervig sein und wenn Spiegel Besucher mit Werbeblockern ausschließen würde, würde man Wege finden diese Sperren zu umgehen und SPON zur Not nicht mehr verlinken.

Spätestens da wurde es lächerlich: Seit langem geht die Zahl der Verlinkungen unter Blogs zurück, die meisten werden seltener gelesen als noch vor wenigen Jahren. Würde SPON nicht mehr von von Blogs verlinkt, man würde es in Hamburg kaum wahrnehmen. Die meisten die ich kenne, haben Spiegel-Online als Startseite in ihrem Browser und besuchen die Seite mehrmals am Tag direkt. Links spielen dabei keine große Rolle – SPON zu drohen ist Hybris und ein wenig lächerlich.

Sicher, Schejbal hat recht, wenn er sich über zu viel nervige Werbung beschwert. Ich selbst habe keinen Werbeklocker aktiviert, aber einen PopUp-Blocker. Und richtig ist auch, dass verschiedenen Werbeformen stören und wohl auch unter werblichen Gesichtspunkten kaum etwas bringen, weil sie die Leser gegen sich aufbringt. Darüber muss man reden, aber ohne jede Häme.

Aber eine unauffällige, dezente Werbung zu fordern ist Unfug: Werbung muss auffallen. Dezent und Werbung – das passt nicht zusammen. Natürlich muss niemand bei irgendwem aus Solidarität irgendeine Werbung anstarren oder anklicken, die ihn nicht interessiert. Aber es muss jedem klar sein, dass wenn Online-Medien nicht über Werbung zu finanzieren werden können,  es zwei Alternativen gibt: Abschalten, oder zumindest massiv reduzieren oder Payd Content. Darüber kann man sich dann auch aufregen, aber professionelle Angebote wird es nur geben, wenn sie bezahlt werden kann.

Für Jens Schejbal war die beste Werbung die Google-Text Anzeige. An der verdienen die Betreiber von Internetseiten nur kaum etwas – dafür aber Google. Richtiges Geld gibt es für hingegen für Banner die direkt vermarktet werden. Wollen wir gratis Medien wie SPON, Zeit.de, Welt.de oder FAZ.de, müssen die Verlage eine Chance haben, online Geld zu verdienen. Tun sie es nicht, werden sie ihr Angebot runterfahren. Dann gibt es deutlich weniger gute Geschichten online – so einfach ist das. Was dann bleibt sind zum Beispiel parteinahe Medien, die in die Bresche springen. Aber ich lese lieber einen Artikel über  die Kundus-Affäre auf Spiegel-Online als im Vorwärts oder im Bayernkurier.

SPD-Wahlplakate: Jetzt in Bunt und in Farbe

Die SPD hat den Vierfarb-Druck entdeckt: Die Wahlplakate, mit denen die Sozialdemokraten Nordrhein-Westfalen erobern wollen, sind bunt.

Mit Farbe gegen Schwarz-Gelb. Die Sozialdemokraten in NRW, bislang nicht gerade für ihre Flippigkeit bekannt, haben einen Kessel Buntes angerührt: Sieben Plakate zu Themen wie Mindestlohn, Atomkraft und Bildung sollen die Wähler überzeugen.

Irgendwie erinnert das alles ein wenig an Waschmittelwerbung aus den 70ern. Aber da war ja die Welt auch noch in Ordnung: SPD-Kanzler, SPD-Ministerpräsident und im Fernsehen wurden die Kinder von Ratz und Rübe politisch eingenordet.

Vielleicht muss man sich auch erst daran gewöhnen.

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Spreeblick hat Ärger mit Primacall

Die Kollegen von Spreeblick haben Ärger mit dem Telekom-Unternehmen Primacall. Nun suchen sie ehemalige Primacall-Mitarbeiter als Zeugen.

Bei dem Streit geht es um Inhalte in Kommentaren zu einem Interview Spreeblicks mit einem ehemaligen Primacall Mitarbeiter. Die Einigung ist nah, Spreeblick hat einfach die Nase voll von dem Theater, doch Primacall verlangt nun von Spreeblick, dass auch auf anderen Blogs Artikel zu dem Thema Primcall vs. Spreeblick gelöscht werden – auch auf den Ruhrbaronen. Einer Forderung, der Spreeblick überhaupt nicht nachkommen kann. (Ach so: Wer Primacall Kunde ist – es ist heute so einfach den Telekom-Anbieter zu wechseln und meistens lohnt es sich ja auch finanziell.)

Spreeblick sucht nun für den nächsten Gerichtstermin am 7. Mai Unterstützer:

Der nächste Gerichtstermin findet am 7. Mai 2010 vor dem Landgericht Hamburg statt. Wir haben noch bis Mitte April Zeit, erneut auf die Klage zu reagieren.

Wir bitten daher um eure Hilfe in Form weiterer Zeugenaussagen. Wer als ehemaliger Mitarbeiter von Primacall die Inhalte des Interviews bestätigen kann oder andere deutliche Aussagen über das Unternehmen vor Gericht treffen kann (hierfür genügen keine Vermutungen oder Gerüchte, alle Vorgänge müssen per Zeugenaussage und/ oder Urkunden beweisbar sein), der möge sich bitte bei uns melden (info [at] spreeblick Punkt com). Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Übrigens: Primacall geht nicht nur Spreeblick auf die Nerven, sondern fällt auch durch aggressive Werbung und andere Probleme unangenehm auf. Nachlesen kann man das beim MerkurKlick

Und hier ein Überblick über alle Artikel, die Spreeblick löschen soll:

http://www.netzpolitik.org/2009/primacall-hat-klage-gegen-spreeblick-eingereicht/

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/09/03/primacall-vs-spreeblick/

http://buskeismus-lexikon.de/325_O_230/09_-_26.12.2010_-_primacall_vs._Spreeblick_-_der_Finanzst%C3%A4rkere_wird_obsiegen

http://www.verbraucherrechtliches.de/2007/06/13/interview-eines-callcenter-mitarbeiters-von-primacall/

http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Primacall

http://www.blogator.de/das-leben/werbeanruf-von-primacall/

http://www.verbraucherrechtliches.de/2007/08/07/primacall-mahnt-spreeblick-ab/

http://www.leport.de/archives/uebersicht/primacall-mit-dem-kopf-durch-die-wand/

http://xxlkillababe.wordpress.com/2007/06/13/neues-von-primacall-den-berliner-telekommunikations-dienstleister/

http://kingbalance.blogspot.com/2007/06/neue-wege-prima-primacall.html

http://www.textberater.com/news/spreeblick-drohen-250-000-euro-strafe-wegen-blog-beitrag/

http://off-the-record.de/2009/09/03/250000-euro-primacall-verklagt-spreeblick/

http://carluv.wordpress.com/2009/09/03/jakonomie-die-nachste/

http://trash-wissen.de/2009-09-03/primacall-verklagt-spreeblick/

http://wolfrevo.wordpress.com/2009/09/03/der-streisandeffekt-und-spreeblick/

http://gedankenblitze.net/archives/7765

http://www.normcast.de/diverses/spreeblick-ueber-primacall/

http://www.blogator.de/index.php?Submit=Suche&s=primacall

http://meedia.de/nc/details/article/primacall-verklagt-spreeblick_100023014.html

http://www.oneview.de/user/rosatier/url/67378227/

http://der-hoenower.de/2009/09/04/aufatmen-beim-trainer-nun-hat-spreeblick-sorgen/

http://www.jurablogs.com/de/primacall-vs-spreeblick

http://www.jurablogs.com/de/spreeblickde-insider-bericht-ueber-primacall

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http://verlorenegeneration.de/2009/09/03/primacall-spreeblick-interview-bei-wikileaks/

http://verlorenegeneration.de/tag/primacall/

http://gedingst.de/2007-06-13/primacall/

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http://dermorgen.blogspot.com/2007/08/spreeblick-wird-abgemahnt.html

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ontents/WikiLeaks/new/Germany/spreeblick-primacall-interview.pdf%3Fdl%3D1%

26lang%3Dfr+spreeblick+primacall&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=A

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Update: Militärische Ausbildungshilfe trotz EU Embargo gegen Usbekistan

Das Auswärtige Amt schiebt die Verantwortung für die Ausbildung usbekischer Offiziere trotz eines EU-Waffenembargos gegen die zentralasiatische Diktatur dem Verteidigungsministerium zu. Lediglich die „Angebote für Militärische Ausbildungshilfe“ seien in Abstimmung mit Auswärtigen Amt unter dem damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) entwickelt worden, teilte das Ministerium den Ruhrbaronen mit. Die Durchführung der Militärausbildung sei dann vom Verteidigungsministerium umgesetzt worden.

Der Fall ist brisant, da die Deutschen die Ausbildungshilfe auch während des internationalen Waffenembargos gegen Usbekistan „nicht ausgesetzt“ hatten, das nach einem Massaker an hunderten Männern, Frauen und Kindern in Andidschan von der EU verhängt worden war, wie die Ruhrbarone gestern berichteten.

Das Auswärtige Amt schrieb nun:

Die Gewährung militärischer Ausbildungshilfe (MAH) fällt in den
Zuständigkeitsbereich des BMVg. In der Durchführung von MAH hat das Auswärtige Amt keine koordinierende Funktion. Für bilaterale Vereinbarungen und die Durchführung Militärischer Ausbildungshilfe ist das BMVg zuständig“

Das EU-Waffenembargo gegen Usbekistan war vom November 2005 bis zum November 2009 in Kraft. Europa verhängte gegen den zentralasiatischen Staat die Sanktionen, nachdem der usbekische Präsident Islam Karimow am 13. Mai 2005 beim Massaker von Andischan einen Volksaufstand mit Panzerwagen zusammenschießen ließ.

Die MAH mit Staaten findet aufgrund bilateraler Vereinbarungen statt. Frank-Walter Steinmeier(SPD) war in dem Zeitraum deutscher Außenminister. Der Sozialdemokrat nutzte seine Amtszeit allerdings vor allem dazu die EU Straffmaßnahmen gegen die usbekische Diktatur erst aufzuweichen und dann ganz aufzuheben.

Ungeachtet des Fingerzeigs auf das Verteidigungsministerium bleibt das Außenamt verantwortlich.

Weiter teilte das Auswärtige Amt mit, „für bilaterale Vereinbarungen und die Durchführung Militärischer Ausbildungshilfe ist das BMVg zuständig. Das BMVg legt dazu jährlich die Schwerpunkte und Empfängerländer für das jeweilige Folgejahr fest. Diese Schwerpunktsetzung wird mit dem AA abgestimmt.“

Steinmeier hätte als Außenminister die Weiterführung der MAH mit Usbekistan während des EU Waffenembargos verhindern müssen. Eine Weiterführung der MAH hätte gegen den Geist des Embargos verstossen, sagt Andrea Berg von Human Rights Watch. Der Chef des Auswärtigen Amtes steht mit Unterschrift für die Einhaltung der EU-Ratsbeschlüsse zur Außenpolitik wie Sanktionsverhängungen ein.

Deutschland unterhält in der zentralasiatischen Diktatur eine Militärbasis für den Krieg in Afghanistan.

Foto: Arne List

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