
Archiv – das klingt nach Keller, nach langen Regalen, nach staubigen Kartons mit altem Papier oder historischen Artefakten. Lucrezia Zanardi ist das zu wenig. Für ihre Promotion an der Fachhochschule Dortmund forscht sie zu Konzepten, um Archive mit fotografischen Mitteln neu erfahrbar zu machen. Ihr Credo: Die bestmögliche Erhaltung der Dokumente und Artefakte bei bestmöglicher Benutzung. Ihre Protagonistinnen sind zwei von den Nazis ermordete jüdische Frauen.
Etty Hillesum, die niederländisch-jüdische Intellektuelle, starb im November 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau. Ihr Tagebuch mit ihren Gedanken zur menschlichen und spirituellen Entwicklung unter den Bedingungen von Krieg und Verfolgung begleitet Lucrezia Zanardi seit