
Morden, Meucheln und Massaker haben ihre Spuren hinterlassen. Wie ein ungeliebtes Knasttattoo hängt die Nibelungenvergangheit nach. Im letzten Teil des Nibelungenzyklus am Bochumer Rottstr5-Theater macht Regisseur Hans Dreher den Scherz, zu dem die Protagonisten im Text von Werner Streletz nicht mehr fähig sind. Mit amüsanten und klugen Inszenierungsideen und erstklassiger Besetzung formt Dreher ein sehenswertes Stück, das von der Bitternis des Nibelungenschicksals zu erzählen weiß, aber auch über seine Verwicklungen und Verschrobenheiten zu lachen versteht. Drehers Inszenierung bricht die Ernsthaftigkeit und Ohnmacht auf, die den Figuren in Streletz Textfassung zugeschrieben sind und zeigt, wie viel Komik in der Katastrophe schlummert. Die Premiere erntete nicht nur spontanen Zwischen- sondern auch lang anhaltenden Schlussapplaus.