„Creativity and the Capitalist City“


Tino Buchholz hat einen Film über die Wirklichkeit der Kreativquartiere gedreht. In  „Creativity and the Capitalist City“ dokumentiert der Stadtsoziologe die Auseinandersetzungen um Immobilien in Amsterdam. Zu sehen ist der Film am Sonntag, den 20. November in der Rottstraßen-Galerie in Bochum.

Im Sommer vergangenen Jahres wurde in Dortmund die ehemalige Kronenbrauerei besetzt und schon nach wenigen Stunden wieder geräumt. Hinter der Aktion stand die Initiative für ein unabhängiges Zentrum in Dortmund – kurz UZDO. Gemeinsam mit den Besetzern des DGB-Hauses in Essen, der Initiative Freiraum, sorgten sie für eine Debatte im Ruhrgebiet um Leerstände und Zwischennutzung und entlarvten den Hype um Kreativquartiere im Ruhrgebiet im Kulturhauptstadtjahr als das, was er letztendlich war: Leeres Geschwätz.

Der damaligen UZDO-Pressesprecher, der Stadtsoziologe Tino Buchholz,  blieb an dem Thema Kreativquartiere dran und hat sich mit dem Film „Creativity and the Capitalist City“ mit der Lage auf dem Immobilienmarkt in Amsterdam beschäftigt.

In Interviews mit Besetzern, Wohnungssuchenden, Immobilienexperten, Stadtplanern und dem kanadischen Wirtschaftsgeographen Jamie Peck beschreibt Buchholz die Lage in Amsterdam: Wie die Hausbesetzer der 60er, 70er und 80er Jahre den Grudnstock für die bunte Kulturszene der Stadt legten, wie  die Planer heute versuchen, diesen kreativen Schub zur Gentrifizierung preiswerter Stadtteile zu simulieren, das Elend der Zwischennutzer, die Häuser vor Besetzern schützen sollen und für die wohnen zu Beruf geworden ist. Und es zeigt, wie schwer es heute ist, trotz aller Leerstände, bezahlbaren Wohn- und Arbeitsraum in Amsterdam zu bekommen.

Im Rahmen des Filmfestivals Blicke läuft  „Creativity and the Capitalist City“ am Sonntag, den 20. November, um 18.00 Uhr in der Rottstr5 Projektgalerie in Bochum.

Kalk macht dicht: Demo gegen Pro NRW

Pro NRW: Markus Beisicht

Morgen macht der Kölner Stadtteil Kalk dicht. Durch Proteste soll eine Demo der extrem rechten Partei Pro NRW in gegen das Autonome  Zentrum verhindert werden.

Pro NRW gibt sich gerne bieder und bürgerlich. Dabei marschieren auf deren Demo schon mal Neonazis aus Thüringen mit und viele Pro NRW Mitglieder, die heute in billigen Anzügen den Biedermann geben, kommen aus der Neonazi-Szene. Gute Gründe sich einer Demo von Pro NRW entgegenzustellen. Zum Beispiel morgen, wenn Pro NRW in Köln gegen das Autonome Zentrum demonstriert und es sich der Führer der angeblichen Bürgerbewegung nicht nehmen lassen, sich wieder einmal mit dem Mikrofon lächerlich zu machen.

Auf Dazwischengehen.mobi gibt es alle Infos über d en Widerstand gegen die Pro NRW Demo:

Pro Köln hat angekündigt über die Kalker Hauptstraße bis zur Wiersbergstraße zu demonstrieren. Darum kommt am 19. November ab 9 Uhr alle auf die Kalker Hauptstraße damit die Rassistinnen und Rassisten nicht durch kommen!

Ausserdem wird es ab 9 Uhr eine Kundgebung an Kalk-Kapelle geben wo es aktuelle Informationen geben wird.

 

 

Der Ruhrpilot

Nazi-Demo in Dortmund

NRW: 800 gewaltbereite Neonazis…RP Online

Ruhrgebiet: DerWesten und Geierabend suchen Vorschläge für „Pannekopp“ 2012…Der Westen

Umland: Neonazi Beate Zschäpe sitzt in JVA Köln ein…RP Online

NRW II: Rechtsextremen-Debatte – Die Stunde der leisen Töne…WA

NRW III: Piraten nehmen Kurs auf Landesparteitag in Soest…WA

NRW IV: Stellungnahmen zum “Schultrojaner”…Pottblog

NRW V: Politiker empört über holländische Grenzkameras…RP Online

NRW VI: Wer berät Hannelore Kraft?…Post von Horn

NRW VII: NRW: NPD-Landeschef sieht eventuellem Verbotsverfahren „sehr gelassen entgegen“…NRWREX

Bildungsstreik: Tausende fordern mehr Studienplätze…RP Online

Bochum: Schüler und Studenten demonstrieren in der Innenstadt…Ruhr Nachrichten

Dortmund: Beratungsstelle steht auf Seite der Neonazi-Opfer…Ruhr Nachrichten

Duisburg: Terminfindung im Sauerland-Abwahlverfahren wird zum Streitfall…Der Westen

Essen: Integrationsrat ein „Hort der Grauen Wölfe“?…Der Westen

Umland: Rot-Schwarzer Koalitionsvertrag für Berlin…Netzpolitik

Umland II: Das Sauerland – von oben vergiftet von unten “gefrackt”…Zoom

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Entschwörungstheorie – Lesung im Taranta Babu

Daniel Kulla Foto: Alexander Klink Lizenz: CC

Verschwörungtheorien boomen – wie gut dass es mit Daniel Kulla jemanden gibt, der ein Gegengift bereit hält: Sein Buch „Entschwörungstheorie.

Für den 11. September sind die Juden Verantwortlich, AIDS wurde von der CIA entwickelt und Krebs ist eine Erfindung der Pharmaindustrie. Keine Behauptung ist zu dumm, zu abwegig, zu zynisch  um nicht noch Tausende, wenn nicht Millionen Anhänger zu finden. Und Bands wie die Duisburger Bandbreite, die mit Verschwörungstheorien versuchen auch noch Geld zu machen.

Viele der Verschwörungstheorien haben einen antisemitischen Subtext, oft tritt aber der Antisemitismus – wie im Fall der Behauptung, alle Juden hätten vor dem Anschlag auf die Twin-Towers die Gebäude verlassen – auch klar hervor.

Daniel Kulla hat ein Buch über Verschwörungstheorien geschrieben. In seinem Blog fasst er das Konzept des Buches zusammen:

In meinem Buch zum Thema betone ich die Besonderheit des modernen Verschwörungsdenkens gegenüber früheren Formen; es werden nicht mehr hauptsächlich aufgrund unzureichender Informationen wilde Spekulationen angestellt, sondern es findet eine Reduktion trotz

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Der Ruhrpilot

Nazi-Demo in Dortmund

NRW: Innenminister für NPD-Verbot…RP Online

NRW II: Aussteigerprogramm für Neonazis…N24

NRW III: Wo bleibt die Gedenkminute?…Zoom

NRW IV: „Volksentscheid über Rauchverbot in NRW“…RP Online

NRW V: Kämmerer geben den Anshu Jain…Post von Horn

NRW VI: „Den Sonntag nicht entheiligen“…RP Online

Ruhrgebiet: Mehr Todesopfer rechtsradikaler Gewalt als angenommen….Der Westen

Bochum: Nazi belästigt und verfolgt drei Mädchen…Bo Alternativ

Bochum II: SPD-Chef Gabriel besucht Opel-Werk…Ruhr Nachrichten

Bochum III: Trainervorstellung des VfL…Pottblog

Dortmund: Kioskmord 2006 nahe am Nazi-Treff „Deutscher Hof“ in der Nordstadt…Der Westen

Dortmund II: Verfahren nach Nazi-Attacken auf DGB Demo im Frühjahr…Ruhr Nachrichten

Dortmund III: Im PCB-Skandal um die Skandalfirma Envio ist vieles offen…Der Westen

Dortmund IV: Intrige gegen Zoo-Chef?…Ruhr Nachrichten

Duisburg: Kunst und Kultur im Web 2.0…Der Westen

Essen: Streit um „Graue Wölfe“-Kongress in der Grugahalle…Der Westen

Essen II: Aufruhr der Siebziger auf der Folkwang-Bühne…Der Westen

 

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Die Ruhrstadt ist tot – Wir leben die Ruhrstadt.

Rottstr5-Theater/Foto:Chantal Stauder

Stellt euch vor, dass Jemand über Nacht im Ruhrgebiet alle Namensschilder der Städte abgeschraubt hätte. Wäre übrigens eine schöne Aktion im Rahmen von Ruhr2010 gewesen. Aber da sie nicht stattgefunden hat, stellt es euch, wie gesagt, einfach nur vor. Da ihr euch hier gut auskennt werdet ihr die Orte, die ihr bislang regelmäßig besucht habt, auch weiterhin finden. Und die anderen haben euch  ja sowieso nicht interessiert. D.h. praktisch werden euch die Schilder nicht fehlen, denn ihr verfügt  über das was man in der Fachsprache einen subjektiven Stadtplan nennt.

Bei  einem der schon länger hier wohnt übergreift diese tief im Gehirn gespeicherte Straßenkarte in der Regel mehrere Städte, d.h. sie ist immer schon grenzüberschreitend angelegt. Hier liegt nun mal eine dicht besiedelte Gemeinde neben der nächsten. Fast jeder von uns hat  deswegen auch Gebäude oder sogar ganze Ensembles, Stadt- oder  Landschaftsteile außerhalb seiner  Wohngemeinde, die ihm besonders am Herzen liegen und die er deswegen auch entsprechend häufig besucht.

Auch die damit verbundenen sozialen Bezüge sind stadtübergreifend und führen regelmäßig zu grenzüberschreitenden Aktivitäten. Für die Bewohner die dabei  besonders kulturinteressiert sind ist dies sogar ein Muss. Wie sollten sie sonst die Vielfalt und Menge des diesbezüglichen Angebotes überhaupt wahrnehmen. Niemand besucht z.B. das Alvar Aalto Theater weil es in Essen liegt oder das MIR, weil es eine Einrichtung der Gemeinde Gelsenkirchen ist. Niemand käme auf die Idee das Weltkulturerbe Zollverein nach Dortmund zu verlegen weil es dort besser hinpassen würde.

All diese Kulturstätten und die vielen anderen attraktiven Orte die es im Ruhrgebiet sonst noch gibt haben eine Strahlkraft für alle Ruhris die sich für sie interessieren bzw. sie zu ihren ganz persönlichen Highlights zählen. Es ist deswegen auch völlig hirnrissig, dass solche Einrichtungen von einer bestimmten Gemeinde bzw. von den dort politisch und kulturell Verantwortlichen für „ihre“ Stadt vereinnahmt werden. Dass das trotzdem gerade im

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Kinderbetreuung: Vorbild Gelsenkirchen

Das Land will durch Vorbeugung langfristig die Sozialkosten senken. Schon vor der Geburt des Kindes sollen Eltern Beratungsangebote gemacht werden. Vorbilder sind Kanada und Gelsenkirchen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da rockte im Essener Colosseum ein Buddy-Holly-Imitator und leidete Sissi am Desinteresse des drögen Kaiser Franz. Am vergangenen Mittwoch  nutzten Landesregierung und Bertelsmann-Stiftung den ehemaligen Musical-Saal als Kulisse um das Modellvorhaben „Kein Kind soll zurückbleiben“ vorzustellen. Hunderte Kommunalpolitiker und Sozialarbeiter waren zusammen gekommen, als Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der Bertelsmann-Stiftungs-Vorstand  Brigitte Mohn gemeinsam für einen Umbau der Betreuungsangebote im Land plädierten. 23 Milliarden, so Kraft, würden jährlich in NRW für soziale „Reparaturkosten“ ausgegeben. Geld, das man zum größten Teil einsparen könnte, wenn auf Probleme  früher reagiert werden würde. Kraft schwärmte von ihrer Kanada-Reise, auf der sie in Toronto die Vorzüge der präventiven Sozialpolitik kennen lernte: „Die Kanadier haben  uns gesagt, ihre Präventionsarbeit fängt bei Minus Neun an – also lange vor der Geburt.“ Diese Politik würde sich auszahlen. „Für jeden Dollar, der in Toronto in Prävention ausgegeben wird, kommen 24 Dollar zurück.“ An später gezahlten Steuern, weil die Betreuten einen Abschluss machen und einen guten Job finden, aber auch an Einsparungen bei Sozialhilfe und späteren Maßnahmen.

Kraft: „Präventive Maßnahmen sind gute Sozial-, Wirtschafts- und Finanzpolitik.“ Und, pflichtete Mohn bei, eine Notwendigkeit, wenn es darum geht, dem Bevölkerungsschwund  zu begegnen. „Ab 2020 wird sich der demographische Wandel sehr stark bemerkbar machen – wir brauchen dann gut qualifizierte Jugendliche und können es uns nicht mehr erlauben, Talente nicht zu nutzen.“

Zum Beispiel die 20 Prozent eines jeden  Jahrgangs, die ohne ausreichende Qualifikation keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und   dauerhaft der Gesellschaft zur Last fallen werden.

Angesichts der Größe der Herausforderung und der Gewaltigkeit der möglichen Einsparungen nimmt sich der Umfang des Modellprojekts „Kein Kind soll zurück bleiben“ dann doch eher bescheiden aus: 15 Kommunen können sich für die Teilnahme an dem Projekt bewerben, für welches  das Land und die Bertelsmänner zusammen sechs Millionen Euro

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