Asfixia Social, Freitag, 21. August, 20.00 Uhr, Sonic Ballroom, Köln
„Umfragen sind keine Wahlergebnisse“
Der Dortmunder Stadtdirektor Ullrich Sierau (SPD) will Nachfolger von Gerhard Langemeyer werden. In die Oberbürgermeisterwahl geht er als Favorit
Ruhrbarone: Herr Sierau, Ihr Mitbewerber Pohlmann wirft Ihnen gerne vor, kein echter Dortmunder zu sein. Daran lässt sich ja nicht rütteln: Sie wurden in Halle an der Saale geboren.
Ullrich Sierau: Und Herr Pohlmann in Bremen. Wir sind beide Zugezogene, daran gibt es nichts zu deuten. Aber ich lebe seit dem Beginn meines Studiums in Dortmund und engagiere mich seit dem für Dortmund, auch während meiner Düsseldorfer Zeit im Ministerium. Also, ich sehe da kein Problem und die Dortmunder auch nicht.
Pohlmann versucht, im Wahlkampf die Pohlbürgerkarte zu spielen…
Und das klappt nicht, denn die CDU in Dortmund ist doch nicht die Partei des gesamten Bürgertums. Wir sind hier als SPD nach wie vor eine Volkspartei, die weite Teile der Bevölkerung erreicht – und wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir es können: Dortmund ist, bei allen Problemen, auf einem guten Weg. Schauen sie sich die hohe Zahl an zukunftssicheren Arbeitsplätzen an, die vielen Projekte, die wir auf den Weg gebracht haben – Dortmund hat früher als andere Städte die Lehren aus dem Strukturwandel gezogen und ist heute wieder ein attraktiver Standort mit wirklich guten Zukunftsaussichten.
Viele der Projekte haben sie aber auch einem sehr guten Draht zur ehemaligen Landesregierung zu verdanken. Dortmund wurde immer, wenn es um Fördermittel ging, sehr gut bedacht.
Auch die SPD-geführte Landesregierung hat uns das Geld nicht hinterher geworfen. Wir mussten, beispielsweise bei Phoenix, mit der Landesverwaltung lange diskutieren und sehr genau die Qualität unserer Projekte nachweisen. Aber wir hatten immer gute Projekte und gute Projekte bringen gutes Geld. Und bei der neuen Landesregierung haben wir festgestellt, dass wir akzeptiert werden – wir haben alleine für das U mehr als 30 Millionen Euro erhalten. Wir machen eine erfolgreiche Arbeit und werden dabei von den Landesregierungen unterstützt – auch von der Schwarz-Gelben Landesregierung, die unsere Arbeit hier schätzt. Das macht es für Herrn Pohlmann und CDU und FDP in Dortmund schwer, uns zu kritisieren.
Aber viele der Projekte laufen nicht so wie geplant: Phoenix zum Beispiel liegt hinter den Erwartungen zurück.
Phoenix West nicht, dort stehen Kräne, und auf Phoenix Ost entsteht gerade ein See. Für dieses Projekt gibt es eine Kosten-Nutzen-Analyse, und das Land fördert uns beim Phoenixsee. Jetzt haben wir die Situation, dass die Kosten höher werden als geplant. Wir haben mit der Vermarktung noch nicht richtig begonnen, aber schon lange Listen an Interessenten. Die Vielzahl der Interessenten wird sich auf den Preis auswirken – es ist also nicht auszuschließen, dass die Preise letztendlich höher werden als wir kalkuliert haben. Ich kann mich zwar den ganzen Tag vor irgendwas fürchten. Aber in zehn Jahren, wenn der Phoenixsee vermarktet ist, wird sich kein Mensch mehr an die heutigen Schwierigkeiten erinnern.
Die finanzielle Lage Dortmunds ist trotzdem schwierig. Die Stadt ist hoch verschuldet. Wie wird sich die Krise auf die Gewerbesteuern auswirken?
Im ersten Quartal hatten wir keinen Einbruch. Dortmund ist nun einmal eine Stadt, die im Strukturwandel relativ erfolgreich ist. Wir haben Unternehmen wie Wilo, ein Weltmarktführer im Maschinenbau, die sich in der Krise behauptet haben. Signal-Iduna baut neu in Dortmund, und wir haben viele andere Unternehmen, die gut durch die Krise kommen.
Ausgerechnet Dortmund wird von der größten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik nichts spüren?
Nein, so weit will ich nicht gehen, aber die Untergangsszenarien sehe ich nicht. Ich habe natürlich große Sorge um die Arbeitslosigkeit, die im Herbst wachsen wird – wie stark, werden wir sehen, aber einen Zusammenbruch der Gewerbesteuereinnahmen befürchte ich nicht. Im Kreis Siegen, bei dem die Autozulieferer sehr dominant sind, ist die Situation dramatischer. Wir sind nicht mehr monostrukturiert sondern auf dem Weg zum Tausendfüßler.
Wunderbar, eine Stadt ohne finanzielle Sorgen.
Da verstehen Sie mich falsch. Wir sind, wie alle Städte, strukturell unterfinanziert. Da muss etwas passieren. Wir müssen gegenüber dem Land und dem Bund klar machen, dass das nicht so weiter geht – das sehen alle Oberbürgermeister so und auch der Städtetag. Wir müssen Aufgaben erledigen, für die wir keine finanziellen Möglichkeiten haben.
Das sagen alle Kommunalpolitiker – und die Kommunalpolitiker sind ja in allen Parteien in der Mehrheit.
Sicher, Bundes- und Landespolitiker sind in allen Parteien nur eine kleine Minderheit.
Wieso gelingt es den Kommunalpolitikern in den Parteien nicht, dieses Problem über die Parteiprogramme zu lösen? Da gibt es in dieser Frage doch eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg.
Es gibt ja Beispiele für eine solche Zusammenarbeit. Wir haben gemeinsam das Ende der Gewerbesteuer verhindert, die für die Kommunen eine extrem wichtige Einnahmequelle ist – gegen den Willen der Wirtschaft und der Kammern. Aber die Frage kann man sich stellen. Ich denke da immer an Hans Eichel, der lange Zeit OB von Kassel war und später als Bundesminister die kommunale Sicht der Dinge nicht mehr so hatte. Da haben wir als Kommunalpolitiker in der Durchsetzung unserer Interessen sicher Defizite. Die Probleme können wir nur parteiübergreifend lösen. Es kann nicht sein, dass wir über den Soli bluten, uns aktuell die Landesregierung Geld entzieht und wir permanent neue Aufgaben von Bund und Land übertragen bekommen, die nicht gegenfinanziert sind. Wenn wir für das Jahr 2010 gezwungen sind, wieder einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, wird das eine harte Veranstaltung.
Wo wollen sie sparen?
Wir müssen die Verwaltung effizienter machen – wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass das geht. Möglichkeiten gibt es da in der internen Bürokratie, wo es nicht zu Lasten der Bürger geht. Aber die Dividenden der Arbeit der Vergangenheit geben uns neue Spielräume: Wir haben einen Gründungsboom in Hightechbranchen, das werden wir auch bei der Gewerbesteuer noch stärker spüren. Ende September 2008 hatten wir 290.000 Beschäftigungsverhältnisse – gut, nicht alle sozialversicherungspflichtig, aber das ist dennoch ein Erfolg. Wir wollen diese Zahl in den nächsten Jahren auf über 300.000 steigern, was sich durch die Krise verzögern wird, aber möglich ist. Allein auf Phoenix West haben wir den Platz für 10.000 Arbeitsplätze.
Es wird dauern, bis die da sind.
Sicher, es wird dauern – aber auch nicht so lange: Innerhalb eines Jahrzehnts ist es möglich, dass dieser Standort belegt sein wird.
Zwei weitere Punkte, die in Dortmund kontrovers diskutiert werden, sind der Flughafen und die Zukunft des Klinikums.
Beides sind wichtige Standortfaktoren.
Und teuer…
Ja, aber wir können heute nur erfolgreich spezialisierte Privatkliniken ansiedeln, weil die wissen, dass es ein Haus der Maximalversorgung, wie das städtische Klinikum gibt, auf dass sie in Notfällen zurückgreifen können. Nicht, dass es da nichts zu verbessern gäbe, aber eine Privatisierung würde Leistungseinschränkungen zur Folge haben, und das ist nicht zu verantworten.
Und der hochdefizitäre Flughafen?
Wir müssen seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern, aber er ist wichtig für den Standort. In einem ersten Schritt bin ich dafür, die Betriebszeit bis 22.30 Uhr auszuweiten – für verspätete Flugbewegungen auch bis 23.00 Uhr. Und die Verlängerung der Start- und Landebahn muss, allein aus Gründen der Flugsicherheit, geprüft werden. Wenn es dann in gut fünf Jahren eine Planfeststellungsbeschluss gibt, müssen wir genau schauen, ob die Verlängerung sich auch wirtschaftlich lohnt. Ich stelle da keinen Blankoscheck aus, will dem Flughafen aber eine Perspektive offen halten.
Der Chef der SPD-Ruhr, Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski, hat vor ein paar Wochen angeregt, das Ruhrparlament und einen OB für das Ruhrgebiet von den Bürgern im Revier direkt wählen zu lassen.
Der Vorschlag wird innerhalb der SPD diskutiert, ich halte das für einen interessanten Gedanken.
… aber …
… aber ich glaube nicht, dass das die entscheidenden Fragen sind. Entscheidend ist, dass die Städte vertrauensvoll miteinander arbeiten – und das tun wir seit Jahren: Ob beim Konzept Ruhr oder dem Masterplan: Das Rückrad der Kooperation ist der Zusammenhalt der Städte. Wenn dann noch ein direktgewähltes Ruhrparlament kommt, OK, ich halte die Frage aber für überbewertet.
In die OB-Wahl am 30. August gehen Sie als Favorit. Glaubt man der aktuellen WDR-Umfrage liegen Sie uneinholbar vorne. Entspannt das?
Nein, ich freue michb zwar über gute Umfragen aber Umfragen sind keine Wahlergebnisse. Auch wenn ich optimistisch bin – jetzt naczulassen und zu glauben es wäre gelaufen, wäre dumm. Ich werde bis zum letzten Augenblick um jede Stimme kämpfen.
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Update: Kommunalwahl: SPD verliert flächendeckend
Der WDR hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap damit beauftragt, die politische Stimmung in elf nordrhein-westfälischen Großstädten zu ermitteln. Für die SPD deutet sich eine weitere Niederlage an.
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Mit Dortmund, Duisburg und Essen wurden vom WDR nur drei Ruhrgebietsstädte abgefragt. Während in Duisburg Amtsinhaber Adolf Sauerland (CDU) im Oberbürgermeisterrennen klar vorne liegt und in Dortmund Ullrich Sierau (SPD) als klarer Favorit in der Wahl am 30. August geht wird es in Essen spannend: Reinhard Paß (SPD)und Franz-Josef Britz (CDU) liefern sich dort mit 38 – 37 ein Kopf an Kopf Rennen. In Köln scheint das Rennen gelaufen: Jürgen Roters, der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen liegt mit 56 klar vor Peter Kurth (CDU) der auf gerade einmal 32 Prozent kommt.
Verheerend ist die Umfrage für die SPD: Viele Sozialdemokraten können schon jetzt langsam damit anfangen, von ihren Mandaten Abschied zu nehmen. In nahezu allen abgefragten Städten wird die SPD verlieren – nur in Essen und Duisburg kann sie ihre Ergebnisse halten, die sich dort allerdings schon bei der vergangenen Kommunalwahl vor fünf Jahren auf historischen Tiefständen bewegten. Trotz dieser Verluste: Das Ruhrgebiet bleibt für die SPD wichtig: 33 Prozent in Essen, 35 Prozent in Dortmund oder 38 Prozent in Duisburg – so viele Prozente sind in NRW auch bei Kommunalwahlen für die SPD keine Selbstverständlichkeit mehr: In Düsseldorf und Wuppertal begegnen sich bei den Umfrageergebnissen von 20 (SPD) und 15 (Grüne) Sozialdemokraten und Grüne auf Augenhöhe.
Doch die großen Gewinner der Kommunalwahl am 30. August könnten Liberale und Linkspartei werden. Die FDP kann in vielen Städten mit einer Verdoppelung der Stimmen zählen und auch die Linken legen – wenig überraschend nach der Vereinigung von PDS und WASG zu. Allerdings wachsen die Bäume für die Linken nicht in den Himmel: Mehr als acht Prozent holen sie nirgendwo, meist liegen sie sogar deutlich darunter. Die Piraten indes haben gute Chancen im nächsten Münsteraner Rat zu sitzen: In der Uni-Stadt kommen die Freibeuter auf 2 Prozent.
Update: Hier die vom WDR noch einmal überarbeiteten Zahlen:
AachenTREND:
OB Wahl: Karl Schultheis (SPD) 39, Marcel Philipp (CDU) 39
Rat: CDU 37 (37,3) SPD 25 (32,0) Grüne 20 (17,6) FDP 7 (5,2) Linke 5 (2,4)
Sonstige 6
BonnTREND:
OB Wahl: Jürgen Nimptsch (SPD) 38, Christian Düring (CDU) 35
Rat: CDU 33 (38,0) SPD 28 (29,6) Grüne 17 (16,2) FDP 12 (8,5) Linke 4 (1,8) BBB 3 (4,8) Sonstige 3
BielefeldTREND:
OB Wahl: Peter Clausen (SPD) 41, Bernd Landgraf (CDU) 35
Rat: CDU 33 (36,8) SPD 30 (31,4) Grüne 15 (15,5) FDP 8 (4,3) Linke 5 (2,7)
BfB 7 (6,4) Bürgernähe 2 (2,9)
DortmundTREND
OB Wahl: Ulrich Sierau (SPD) 44, Joachim Pohlmann (parteilos für CDU und FDP) 34
Rat: CDU 32 (32,7) SPD 36 (41,3) Grüne 12 (11,5) FDP 7 (3,8) Linke 7 (2,8)
Sonstige 6
DuisburgTREND
OB Wahl: Jürgen C. Brandt (SPD) 32, Adolf Sauerland (CDU) 48
Rat: CDU 38 (36,0) SPD 38 (38,0) Grüne 8 (9,9), FDP 5 (4,4) Linke 6 (5,2)
Sonstige 5
DüsseldorfTREND
keine OB Wahl
Rat: CDU 43 (44,5) SPD 20 (30,3) Grüne 15 (12,3) FDP 13 (6,2) Linke 5 (2,9) Sonstige 4
EssenTREND
OB Wahl: Reinhard Paß (SPD) 38, Franz-Josef Britz (CDU) 37
Rat: CDU 36 (39,4) SPD 33 (34,2) Grüne 9 (10,7) FDP 8 (4,0) Linke 8 (3,1)
Sonstige 6
KölnTREND
OB Wahl: Jürgen Roters (SPD und Grüne) 56, Peter Kurth (CDU) 32
Rat: CDU 33 (32,7) SPD 29 (31,0) Grüne 21 (16,6) FDP 7 (7,4) Linke 5 (3,0)
pro Köln 3 (4,7) Sonstige 5
MünsterTREND
OB Wahl: Wolfgang Heuer (SPD) 43, Markus Lewe (CDU) 50
Rat: CDU 38 (42,7) SPD 25 (25,3) Grüne 18 (19,4) FDP 10 (7,9) Linke 4 (1,5) UWG 2 (2,3) Piraten 2, Sonstige 5
SiegenTREND
keine OB-Wahl
Rat: CDU 37 (40,9) SPD 26 (29,6) Grüne 12 (10,8) FDP 10 (7,4) Linke 4, UWG 8 (9,4) Sonstige 3
WuppertalTREND
OB Wahl: Dietmar Bell (SPD) 24, Peter Jung (CDU) 54
Rat: CDU 37 (37,3) SPD 25 (32,0) Grüne 20 (17,6) FDP 7 (5,2) Linke 5 (2,4)
Sonstige 6
Zwitschereien vom Wahlforum in Bochum
Die Kommunalwahlen rücken immer näher, am 30. August 2009 stimmen die Wählerinnen und Wähler über die Bezirksvertretungen, Stadträte und auch die Oberbürgermeister vor Ort ab.
In Bochum treten insgesamt vier Kandidaten an – und diese vier Kandidaten und die Spitzenkandidaten der sonstigen im Rat vertretenen Parteien werden heute abend im Haus der Geschichte des Ruhrgebietes den Gästen des WAZ-Wahlforums Rede und Antwort stehen.
Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz (SPD) ihre drei Herausforderer Günter Gleising (Soziale Liste), Lothar Gräfingholt (CDU) und Jens Lücking (FDP) werden von den Kommunalpolitikern Wolfgang Cordes (Grüne), Klaus-Peter Hülder (UWG) und Anna-Lena Orlowski (Die Linke) bei der nur nach Anmeldung besuchbaren Veranstaltung komplettiert.
Der Pottblogger Jens Matheuszik wird – so hat er es jedenfalls bei sich im Blog angekündigt – die Veranstaltung besuchen und davon über den so genannten Microblogging-Dienst twitter berichten. Dazu wird er wieder den Twitter-Account @twitpolitik verwenden, den er schon für diverse Parteitage (siehe Abbildung) verwendet hat. Anderen potentiellen Twitterern (da gibt es ja in der Bochumer Kommunalpolitik beispielsweise Christian Michalak von den Grünen oder Dirk Schmidt von der CDU) empfiehlt er den folgenden Twitter-Hashtag: #bowahl09
Dann drücken wir ihm mal die Daumen, dass das mit der Technik vernünftig klappt, damit man ab 18:00 Uhr twittendrin statt gar nicht dabei ist…
Mona Mur
Mona Mur, 20. August, 20.00 Uhr, Zentrum Altenberg, Oberhausen
Ruhrpilot
Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet
Kommunalwahl: WDR-Umfragen zu ein paar Städten…Pottblog
Bundestagswahl: Zensursula Demagogie…Netzpolitik
Kommunalwahl II: Linkspartei will 10% im Ruhrgebiet…Der Westen
Kommunalwahl III: SPD hofft auf das Ruhrgebiet…FR Online
Kommunalwahl IV: Britz sieht sich als Teamspieler…Der Westen
Schweinegrippe: Jeder 2. Dortmunder muss geipmft werden…Ruhr Nachrichten
Bundestagswahl II: Merkel-Steuer…Bo-Alternativ
Krise: Blaubeeren und Boni…Weissgarnix
Energie: Greenpeace demystifiziert RWE Werbung…FXMBR
WAZ: …entwickelt Mobilfunk-Portal…Meedia
WAZ: Hombach will Internet-Debatte…Der Westen
Ruhr2010: Keine 2. Stadt…FAZ
Ruhr2010 II: Kreativen-Festival…Halterner Zeitung
Schwalmtal: Gladbeck reloaded?…Ostroplog
Einer hat gute Gründe SPD zu wählen…
Fotomontage: Ruhrbarone
3 FÜR 7 – Festival-Special
"The campaign for real rock" geht unaufhörlich weiter. Konsum orientierte Massenveranstaltungen stehlen tatsächlich auch in diesem Sommer den kleinen und intimen Events die Schau. Tja, und wer hätte das gedacht, dass die Ruhrbarone diesen Trend a) nicht verschlafen und b) auch noch fördern? Nun, "Ihr wollt Stromgitarren? Die bekommt Ihr jetzt!" heißt das Motto, Laissez-Faire der pädagogische Ansatz. Verrohung wird in Kauf genommen, der Pro-Kopf-Verbrauch muss stimmen, Hauptsache die Kids machen keinen echten Ärger und beschäftigen sich schön mit sich selbst und gegenseitig. Und wir gehen hin und gucken zu, ob das dann auch perfekt Metropolen fähig, Kulturhauptstadt würdig und TV kompatibel ist, z.B. bei: Area 4, Zeltfestival Ruhr, Beatplantation.
Area 4? Flugplatz. Knapp hinter Dülmen. Von FKP/Scorpio, also einem altgedienten Rockdienstleister. Dazu passend viele Künstler des LineUps, weshalb bestimmt richtig schönes "16 bis 56"-Gefühl aufkommen wird. Aus den 70ern: CJ Ramone. Aus den 8090ern: Jet, Deftones, Hosen, Faith No More, Life Of Agony, Urlaub. Und Kettcar, Eagles Of Death Metal, Anti-Flag und so. An drei Tagen, mit Spieldauern von einer halben bis zu eineinhalb Stunden pro Band und ab 12 bzw. 15 bis 23.30 bzw. 1 Uhr. Also alles recht konservativ gehalten.
Zeltfestival Ruhr? Stauseenähe. So bei Witten. Von einer GmbH & Co. KG mit Björn Gralla, Lukas Rüger und Heribert Reipöler als Geschäftsführern. Macht auf ganz großes Mainstream-Abgreifen, weshalb über all die Tage verteilt bestimmt richtig schönes "6 bis 66 in die Tasche gegriffen"-Gefühl aufkommen wird. Und das Publikum freut sich natürlich über und mit z.B.: Selig, Heather Nova, Annett Louisan, Götz Alsmann, Hagen Rether, Silbermond, Max Raabe, Polarkreis 18, Frank Goosen, Sarah Kuttner, Vollplaybacktheater, Patricia Kaas, Dieter Thomas Kuhn, Georgette Dee, Piet Klocke und Amy McDonald (ausverkauft). 17 Tage lang wird hier Vollauslastung praktiziert. Generalstabsmäßig, Top-Down vom Ordentlichsten.
Beatplantation? Nähe Neue Mitte, aber auf "autonomem" Boden. Mitten in Oberhausen. Von mitteljungen Kreativen. Das Prinzip orientiert sich an so etwas wie veganem Haribo, also inklusive Niedlichkeitsprinzip und Rebellen/Konsumkritik-Appeal, weshalb bestimmt richtig schönes "16 bis 36"… s.o. Die in Deutschland aufgrund einer gewissen medialen Verbreitung geläufigsten Namen des LineUps sind: Jacques Palminger & the Kings of Dub Rock (Foto: Dorle Bahlburg), Angelika Express, Turmspringer, André Uhl und Breger. Einen Tag und eine Nacht lang, mit Kunstabteil, Filmecke, Poetrygarden und vielen Tanzfluren. Das Prinzip hat letztens beim Duisburger Traumzeit Festival bereits seine Mainstream-Kompatibilität bewiesen und gilt als links-alternativ.
Area 4 von Freitag bis Sonntag.
Zeltfestival Ruhr von Freitag bis zum 6. September.
Beatplantation am Samstag.
All the money or the simple life, honey?
Veröffentlicht: Jens Kobler , Kulturhauptstadt |
Ruhrpilot
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Ruhr 2010 II: Ende des Kunstbergbaus…Kölner Stadtanzeiger
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Dortmund: Keine Stadt für Männer…Ruhr Nachrichten
Duisburg: Jüdischer Kindergarten eröffnet…Der Westen
NRW: Wie viele Lehrer fehlen?…FR Online
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Kirmes: Crange mit guter Bilanz…Der Westen
Gelsenkirchen: Neues aus dem Norden…Hometown Glory
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Wirtschaft: Am Busen nagt der Zahn der Zeit…Weissgarnix
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