Echte Trendwende oder Eintagsfliege: Beim BVB sollte man sich nicht erneut täuschen lassen

Edin Terzic. Archiv-Foto: BVB

Borussia Dortmund setzte sich am Samstag im Westfalenstadion mit 5:0 (3:0) gegen den VfB Stuttgart durch. Es war der erste wirklich überzeugende Auftritt des BVB seit Wochen, wenn nicht sogar in der gesamten Saison 2022/23.

Dementsprechend groß waren die Freude und die Erleichterung in Dortmund. Doch im Lager der Schwarzgelben sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass die Mannschaft jetzt (endlich) und dauerhaft verstanden hätte und auf dem richtigen Weg wäre. Zu häufig sendete der Kader in den vergangenen Monaten bzw. Jahren schon ähnliche Signale, nur um die eigene Anhängermannschaft kurz darauf wieder mächtig zu enttäuschen.

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So verspielt der BVB jede Sympathie bei seiner Anhängerschaft!

Unser Autor im Jahre 1978. Foto: privat

Der BVB macht es seinen Anhängern gerade schwer. Das spüre ich selber, bin ich doch schon seit den 1970er-Jahren ein Anhänger dieses Vereins. Meine Leidenschaft war zwischenzeitlich sogar so groß, dass ich in den 1990er-Jahren nach Niederlagen der Mannschaft an dem entsprechenden Wochenende nicht mehr ausgegangen bin, weil ich so sauer war. Ganz schön bekloppt, würde ich dazu im Nachhinein sagen. Aber es war wirklich so.

Derzeit ist meine Begeisterung für den BVB längst nicht mehr so groß. Und das, obwohl die Mannschaft in Summe immer noch deutlich erfolgreicher spielt als das in meinen frühen Jahren als Fan der Fall war. Ja, ok, derzeit läuft es nicht so, wie gewünscht. Trotzdem reden wir hier immer noch über eine der bestbestückten Teams des Landes, das den Anspruch hat Deutschland in der UEFA Champions League, als der sogenannten Königsklasse, zu vertreten. Das war in meinen ersten Jahren mit diesem Verein anders.

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Hätte Thomas Reis als neuer Schalke-Trainer mehr Kredit als Frank Kramer?

Düstere Stimmung am Freitag auf Schalke. Foto(s): Michael Kamps

War es das schon für Frank Kramer? Vieles deutet nach der 0:3 (0:2)-Pleite der Schalker am Freitag im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim darauf hin, dass sich die Wege des Revierklubs und seines Cheftrainers noch an diesem Wochenende trennen werden.

Zwar präsentierten sich die Gelsenkirchener am 10. Spieltag deutlich einsatzfreudiger und engagierter als noch zuletzt, doch konnte der Trainer auch in dieser Woche keine wirkliche Trendwende bewirken. Nach knapp einem Drittel der Saison stehen für die Knappen ganze sechs Punkte zu Buche. Zu wenig, in den Augen der meisten Fans und Beobachter der Szene.

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Unruhe in Gelsenkirchen: Was hat der FC Schalke 04 denn erwartet?

Schalke zu Gast in Leverkusen. Foto: Michael Kamps

Es ist wirklich erstaunlich! Noch vor ein paar Wochen feierte man auf Schalke den Trainer Frank Kramer. Dem Coach, der sich direkt nach seiner Verpflichtung im Sommer mit viel Skepsis in Bezug auf seine Person konfrontiert sah, wurde von den Fans nach dem späten 2:2-Unentschiesden der Gelsenkirchener in der Arena gegen Borussia Mönchengladbach frenetisch und lautstark zugejubelt. Und das, obwohl in diesem Heimspiel erst der erste Punkt nach dem Wiederaufstieg der Königsblauen gesichert werden konnte. Der einhellige Tenor war nach dem Schlusspfiff trotzdem, dass Kramer gut zu Schalke passen würde und ein ‚toller Typ‘ sei.

Jetzt, einige Begegnungen später, mehren sich von allen Seiten die Stimmen, dass der aktuelle Übungsleiter in Gelsenkirchen doch besser ausgetauscht werden solle. Das wirft Fragen auf.

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Autor Said Boluri bittet um Solidarität mit dem Ex-Schalker Ali Karimi

Foto: Facebook Screenshot

Said Boluri ist freier Journalist aus Duisburg. Der 1979 geborene Autor beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit den Themen Migration in Deutschland, Jugend und Menschenrechte im Iran und dem Islam in Ägypten.

Heute hat er auf seine Facebook-Seite auf Probleme aufmerksam gemacht, die einen ehemaligen Fußball-Profi des FC Schalke 04 betreffen und die eine Brücke schlagen zwischen dem aktuellen Geschehen im Iran und der häufig als etwas abgehoben erscheinenden Realität im modernen Profifußball.

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Der VfL Bochum geht mit Thomas Letsch einen riskanten Weg

Trainer Thomas Letsch. Foto: VfL Bochum 1848

Jetzt ist es also offiziell. Nach tagelanger Spekulation hat der VfL Bochum am Donnerstag bestätigt, was alle längst ahnten. Thomas Letsch wird Nachfolger von Thomas Reis als Cheftrainer an der Castroper Straße.

Der 54-Jährige ist ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt. Er wechselte von Vitesse Arnheim aus den Niederlanden ins Ruhrgebiet, war zuvor eher an eher beschaulichen Standorten als Trainer tätig. Hierzulande ist seine Station bei Erzgebirge Aue (2017) darunter vielleicht noch die prominenteste. Sein Engagement dort als Nachfolger von Domenico Tedesco dauerte einst jedoch nur wenige Wochen.

Natürlich bemühte sich der VfL in seiner Pressemeldung zur Verpflichtung darum den Neuzugang als eine ‚Große Nummer‘ und den absoluten Wunschkandidaten überhaupt zu preisen. Und seine Teilnahme am niederländischen Pokalfinale 2021 ist ja sicherlich auch alle Ehren wert. Ein nicht unerhebliches Risiko ist seine Verpflichtung für die Bochumer dennoch. Schließlich liegt die vereinsinterne Messlatte durch die lange Zeit äußerst erfolgreiche Arbeit von Reis inzwischen vergleichsweise hoch.

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Der BVB droht beim Vertragspoker rund um Moukoko ein Opfer der eigenen Taktik zu werden

Youssoufa Moukoko. Archiv-Foto: BVB

Borussia Dortmund hat es sich in den vergangenen Jahren zu seinem etablierten Konzept gemacht, weltweit nach jungen Talenten zu suchen, die der Klub nach Dortmund locken und wenig später, möglichst mit finanziellem Gewinn, an die ganz großen Klubs in Europa weiterveräußern kann.

Beispiele dafür gibt es inzwischen genug. Genannt seien hier nur die Namen Dembele, Pulisic, Sancho und Haaland. Der im Sommer in den Ruhestand gegangenen Manager Michael Zorc hat das in den vergangenen Jahren zu einem erprobten Geschäftsmodell entwickelt, das die Borussia zwar letztendlich daran hinderte dauerhaft zu eine echten Spitzenmannschaft auf europäischer Ebene zu reifen, aber auf der anderen Seite eben auch entscheidend mithalf den Dortmundern auch in schwierigen Zeiten eine finanzielle Gesundung bzw. dauerhafte Gesunderhaltung zu ermöglichen.

Jetzt, so scheint es, droht der BVB erstmals nach langer Zeit zum Opfer der eigenen Strategie zu werden.

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Nach dem Sieg im Revierderby gegen Schalke 04 geht der BVB mit zwei blauen Augen lächelnd in die Pause

Nach dem Revierderby am Samstag in Dortmund. Foto: Michael Kamps

Es war schon im Vorfeld klar, dass diese Woche für Borussia Dortmund eine wegweisende werden würde. Auswärts bei RB Leipzig und Manchester City, dazu das emotionale Revierderby gegen den FC Schalke 04. Da war keine seriöse Prognose über den Ausgang der Spiele abzugeben. Drei Siege? Drei Niederlagen? Nichts schien unmöglich. Die Leistungen der Dortmunder waren in den Wochen zuvor einfach zu wechselhaft um eine seriöse Vorhersage zu wagen.

Jetzt, nachdem die drei Begegnungen hinter der Elf von Trainer Edin Terzic liegen steht fest, dass der BVB nach wie vor nicht wirklich zu greifen ist. Zwei Pleiten in Leipzig (0:3) und Manchester (1:2) steht der knappe aber verdiente Derbysieg (1:0) vom Samstag gegenüber. Die Schwarzgelben mussten sich also zwei blaue Augen verpassen lassen, können aber nach dem Sieg im Derby trotzdem mit einem Lächeln im Gesicht in die zweiwöchige Pause gehen. Wirklich schlau wird man aus den Borussen in den ersten Wochen der Saison 2022/23 also noch immer nicht.

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Fanrandale und Pyrotechnik – Die aktuellen Zustände in vielen Stadien sind alarmierend!

Pyrotechnik beim Duell St. Pauli gegen HSV. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

Die Corona-Pandemie hat den Fußballfans in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt. Über viele Monate war der Zugang zu den Stadien hierzulande eingeschränkt, oder sogar völlig unmöglich. Die ungeliebten Geisterspiele verleideten einem lange den Spaß an diesem eigentlich so tollen Sport. Und auch Begegnungen mit Teilzuschauermengen, wie sie zwischenzeitlich durchgeführt wurden, waren für Fans und Spieler nicht der Hit. Stimmungstechnisch, aber auch aufgrund des unverändert hohen Gesundheits-Risikos für die Zuschauer.

Groß war daher die Freude, als diese Einschränkungen bei Großveranstaltungen zuletzt wieder wegfielen. Seit Saisonbeginn 2022/23 sind Corona-Einschränkungen im Fußball eigentlich jetzt schon gar kein Thema mehr. Obwohl das Virus natürlich noch immer da ist und auch eine Ansteckung mit dem Corona-Virus natürlich nicht nur noch immer möglich ist, sondern eben auch ganz konkret droht. Der Alltag hat uns auch in diesem Bereich des Lebens trotz allem inzwischen weitestgehend wieder, was das betrifft.

Leider sind damit zugleich aber auch viele unschöne Randerscheinungen des modernen Profifußballs auf die Tagesordnung zurückgekehrt. Manche sogar scheinbar mehr als vor der Pandemie. Fanrandale und die Debatten über Pyrotechnik in den Stadien zum Beispiel. Kaum noch ein Spieltag, egal ob in Bundesliga oder auf internationalem Parkett, an dem diese Unarten nicht zu beobachten wären. Fast hat man den Eindruck, einige Chaoten wollen hier derzeit nachholen, was ihnen seit dem Frühjahr 2020 meist durch die Restriktionen verwehrt blieb.

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VfL Bochum: Trainer Thomas Reis wurde am Ende ein Opfer des eigenes Erfolges

Thomas Reis. Archiv-Foto: VfL Bochum 1848

Heute Mittag erreichte mich zwischen Tür und Angel die Nachricht von der Freistellung von Trainer Thomas Reis beim VfL Bochum. Ganz überraschend kam die Pressemeldung von der Castroper Straße natürlich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr. Dennoch stimmt einen die Info nachdenklich.

Zwar verlor der VfL am Samstag das von der Bild-Zeitung schon im Vorfeld spielerisch als ‚Entlassico‘ betitelte Duell beim FC Schalke 04 mit 1:3, rangiert damit auch nach Spieltag 6 in der 1. Fußball-Bundesliga ohne Punkte auf der Habenseite auf Rang 18, doch hätte man sich von den Bochumern als neutraler Beobachter den Entwicklung in der Trainerfrage etwas mehr Durchhaltevermögen gewünscht.

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