Marco Reus ist die logische Wahl als BVB-Kapitän – und belegt zugleich das Problem des Klubs

Foto: Robin Patzwaldt

Seit diesem Wochenende ist es offiziell: Der neue Kapitän von Borussia Dortmund für die bevorstehende Saison heißt Marco Reus! Nach dem Rücktritt von Vorgänger Marcel Schmelzer, den dieser wohl notgedrungen verkündete bevor man ihm den Posten nach dem abermaligen Trainerwechsel ohnehin bald entzogen hätte, die logische Wahl. Trotzdem zeigt die Entscheidung, dass der BVB unverändert ein großes Problem hat. Denn der ideale Kandidat für den Job ist Reus eben ganz offensichtlich auch nicht.

Früher hatten die Schwarz-Gelben ständig gleich haufenweise echte Führungsspieler im Kader. Von Zorc und Sammer über Kehl bis hin zu Hummels. In den erfolgreichsten Zeiten der letzten Jahrzehnte zeichnete sich der Kader der Borussen stets durch eine klare Hierarchie aus. Es gab wenige Häuptlinge, einige Künstler und eine Menge von klassischen Arbeitern. Einen Kapitän und einen Mannschaftsrat zu bestimmen war stets eine relativ einfache Angelegenheit, die auch Außenstehende leicht nachvollziehen konnten. In den letzten Jahren, bedingt durch die große Personalfluktuation und durch viel zu viele recht ungeschickt anmutende Transfers, fällt es immer schwerer diese unumstrittenen Anführer klassischer Ausprägung im BVB-Kader zu entdecken.

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Der Abstieg des Andre Schürrle – BVB macht das Desaster offiziell

Andre Schürrle im BVB-Trikot. Foto: Robin Patzwaldt

Fußball ist in diesen Zeiten längst ein Millionengeschäft, aber häufig auch viel Glanz und Glamour. Wer beispielsweise das Schauspiel rund um den Wechsel von Christiano Ronaldo von Real Madrid zu Juventus Turin kürzlich mitverfolgt hat, der könnte sich dadurch in seiner Meinung wieder einmal bestätigt fühlen. Schon ein Wahnsinn, was da abging. Medial, wirtschaftlich, aber auch bei den Fans.

Dass es jedoch auch ganz anders zugehen kann, das zeigt der Abstieg von Andre Schürrle, der vor zwei Jahren als Borussia Dortmund Rekordtransfer, immerhin zahlte der Revierklub damals noch rund 30 Mio. Euro Ablöse an den VfL Wolfsburg, zu den Schwarzgelben kam, jetzt aber quasi durch die sprichwörtliche Hintertür recht still und leise vorerst ‚entsorgt‘ wurde.

Gestern Abend gegen 22 Uhr sickerte die offizielle Bestätigung durch: Schürrle wird vom BVB für zwei Jahre an den FC Fulham ausgeliehen. Nach Informationen des Fachblattes ‚Kicker‘ erhält die Borussia von den Londonern eine Leihgebühr in Höhe von lediglich 400.000 Euro. Klingt wie ein gigantisches kaufmännisches Desaster aus Sicht der Dortmunder. Offenbar war nicht einmal irgendein Verein mehr willens auch nur halbwegs noch den Einstandswert des Ex-Nationalspielers zu entrichten.

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‚Fehlgriff‘ Andre Schürrle aussortiert – Höchste Zeit für mehr personelle Konstanz beim BVB!

Andre Schürrle im BVB-Trikot. Foto: Robin Patzwaldt

Der BVB zahlt in diesen Tagen offensichtlich die Zeche für seine reichlich verworrene Personalpolitik der letzten Jahre. Vier Trainer in gut einem Jahr, das geht im Regelfall halt nicht ohne personelle Wirrungen in Team-Kader einher. Da machen auch die Dortmunder keine Ausnahme.

Das neueste Opfer dieser Inkonstanz scheint Andre Schürrle zu werden, der vom BVB gestern freigestellt wurde, um sich einen neuen Verein zu suchen. Der 27-Jährige steht also offenkundig kurz vor einem Abschied aus Dortmund, was viele Fans wahrscheinlich sogar recht gerne sehen werden, da Schürrle bei vielen von ihnen von Anfang an einen mehr als schweren Stand hatte.

„Wir haben mit ihm offen die Situation besprochen, dass wir auf den Positionen sehr viele Optionen haben, dass die Planungen auch in eine andere Richtung gehen“, wird Michael Zorc in diesem Zusammenhang zitiert.

Welcher Klub den Ex-Nationalspieler, der vor zwei Jahren für rund 30 Mio. Euro vom VfL Wolfsburg verpflichtet wurde, in seine Reihen aufnehmen könnte/möchte ist derzeit hingegen noch unklar.

Fest steht jedoch wohl bereits, der ehemalige Rekordtransfer des Revierklubs wird für den BVB mit seinem forcierten vorzeitigen Abgang einen nennenswerten finanziellen Verlust im Millionenbereich bedeuten.

Ein weiterer Fall von Pleiten, Pech und teuren Missverständnissen in der jüngsten Ära von Manager Michael Zorc in Dortmund also, der sein ‚goldenes Händchen‘ in Sachen Transfers schon länger eingebüßt zu haben scheint.

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Lucien Favre – Der ‚Anti-Klopp‘ wurde beim BVB offiziell vorgestellt

Foto: Robin Patzwaldt

Als Jürgen Klopp beim BVB im Sommer 2008 als neuer Trainer vorgestellt wurde, da erweckte er den vor sich hin dümpelnden Klub rasch mit forschen Sprüchen, mit seiner riesigen Emotionalität, mit seiner von jedermann sofort spürbaren Begeisterung.

‚Vollgasveranstaltungen‘ versprach er den sehnsüchtig auf eine Erweckung ihres Lieblingsvereins wartenden Fans in der Region. Es dauerte dann auch gar nicht lange, bis Klopp seinen Ankündigungen Taten folgen lassen konnte. Ein wieder deutlich attraktiveres Spiel, dazu ein Trainer, der Region und Verein rasch lieben lernte, der zu einem Aushängeschild des Klubs werden sollte. Fußball in Dortmund machte wieder Spaß. Klopp hatte Wort gehalten!

Sieben Jahre dauerte diese wunderbare Reise mit ihm als gefeierten Übungsleiter. Im Frühjahr 2015 endete die Phase, die mit zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg, einen Champions-League- und einem weiteren DFB-Pokalfinale in Erinnerung bleiben sollte.

Dann kam Thomas Tuchel nach Dortmund, und viele beim BVB taten sich von Anfang an schwer mit der Umstellung auf den weitaus weniger emotionalen, weniger nahbaren Tuchel. Trotz zweier durchweg erfolgreicher Jahre, und einem weiteren DFB-Pokalsieg zum Abschied im Mai 2017, dauerte die Ära des von vielen im Umfeld als zu verkopft eingeschätzten Coaches eben lediglich zwei Jahre.

Nachfolger Peter Bosz wirkte dann noch etwas deplazierter im Revier. Peter Stöger, der für den rasch gescheiterten Bosz im Dezember 2017 einspringen musste, tat sich ebenfalls schwer aus dem Klopp-Schatten herauszuspringen. Zudem haftete ihm noch sein Ruf als ehemaliger Köln-Trainer an, den er so rasch nicht abstreifen konnte und wollte. Trotz Champions League-Qualifikation, dem Erreichen des Saisonziels, reichte das in ihn gesetzte Vertrauen bei Aki Watzke und Michael Zorc nicht für eine Vertragsverlängerung über den Sommer hinaus.

Nun soll es also ausgerechnet Lucien Favre sein, der den BVB auf Sicht wieder zum fixen Leuchtturm Nummer zwei im deutschen Fußball macht.

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Die offizielle Vorstellung von Sebastian Kehl beim BVB offenbart das ganze Dilemma der Dortmunder

Sebastian Kehl bei der Premiere des ‚Franz Jacobi‘-Films in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Heute Mittag erfolgte die offizielle Vorstellung von Sebastian Kehl, dem neuen ‚Leiter der Lizenzspielerabteilung‘ bei Borussia Dortmund, der seinen Dienst offiziell bereits am 1. Juni 2018 angetreten hatte.

Flankiert von seinen beiden prominenten Vorgesetzten, den zuletzt von den Fans vielfach kritisierten Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc, stand Kehl im Medienzentrum des Klubs im Stadion auf großer Bühne der versammelten Schar der Medienvertreter Rede und Antwort.

Viel Konkretes herausgekommen ist dabei jedoch noch nicht. Gewohnt eloquent und durchaus sympathisch arbeitete der neue Angestellte der Schwarz-Gelben lediglich die erwarteten Schlagworte ab, die Fans und Medienvertreter in diesen Tagen nur zu gerne aufschnappen: Arbeit, Bodenständigkeit, Fleiß, Bescheidenheit, Neugier, Disziplin, Erfolgswillen. All diese alten Tugenden des Revierklubs wurde heute thematisiert, als für die Zukunft bedeutsam eingestuft.

Als hätte man eine spontane Umfrage auf der Südkurve gestartet, was sich die dort versammelten Treuen von ihrem Verein in Zukunft denn wieder vermehrt wünschen würden. Für all dies soll Kehl jetzt also möglichst bald wieder sorgen, auch wenn dieser direkt versuchte die Erwartungen zu dämpfen, sich als eine Art ‚Luxus-Azubi‘ darzustellen versuchte.

Stellt sich im Rückblick also in diesen Stunden gar nicht mehr so sehr die Frage was diese neu geschaffene Position in nächster Zeit eigentlich konkret bewirken soll, denn das wird nach eigener Darstellung Kehls zunächst einmal gar nicht so viel sein (können), da er sich ja erst noch gründlich einarbeiten muss.

Viel mehr drängt sich einem nach dieser Pressekonferenz vom Tage die Frage auf: Wie konnte es eigentlich überhaupt soweit kommen, dass diese eigentlich doch ureigensten Werte des BVB zuletzt offenbar irgendwie komplett abhanden gekommen sind?

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Trotz millionenschwerer Neuzugänge will sich beim BVB-Anhang keine Zufriedenheit einstellen

Abdou Diallo. Foto: BVB

Die abgelaufene Spielzeit war für Borussia Dortmund in der Endabrechnung eine große Enttäuschung. Zwar sicherte sich die Elf am Ende gerade noch den vierten Tabellenplatz, der der Truppe zur Champions League-Qualifikation reichen sollte, doch war die Runde insgesamt mit zu vielen Negativüberraschungen über die Bühne gegangen um sich darüber freuen zu können.

Zwar konnte der Trainerwechsel im Dezember 2017, weg von Peter Bosz hin zu Peter Stöger, das Schlimmste gerade so verhindern, doch zu mehr als der reinen Mindestanforderung an alle Beteiligten sollte es im Jahr nach Thomas Tuchel, der nach dem DFB-Pokalsieg im Mai 2017 aufgrund interner Streitereien ‚vom Hof‘ gejagt wurde, nun allerdings offenbar gut genug für Paris Saint-Germain zu sein scheint, wo er der mit Millionen Euro aus dem Orient zum Champions League-Sieg verhelfen soll, nicht mehr reichen.

Nach der Saison 2014/15, die bekanntlich das unglückliche Ende von Jürgen Klopp in Dortmund besiegelte, als dieser mit den Schwarzgelben lediglich auf den letzten Drücker noch in die in Dortmund eigentlich grundsätzlich verpönte Europa League einziehen konnte, die zweite sportlich arg enttäuschende Saison innerhalb von nur vier Jahren.

Was also tun? Klubboss Aki Watzke und Manager Michael Zorc, zuletzt beide selbst vermehrt in die Kritik bei den Fans geraten, kündigten für den Sommer einen entschlossenen Neustart an. Ein größerer Kader-Umbruch wurde und wird daher noch immer erwartet. Erste Transaktionen sind inzwischen erfolgt. Jedoch fast ausnahmslos Neuzugänge. Welche Spieler den BVB in diesem Sommer verlassen sollen/müssen ist bisher weitestgehend unbeantwortet.

Erstaunlich an der ersten Zwischenbilanz zudem, obwohl bereits etliche Millionen Euro investiert wurde, will sich beim Anhang des BVB nicht im Ansatz so etwas wie Zufriedenheit oder gar neue Euphorie einstellen. Die Erwartungshaltung ist offenbar riesig beim Anhang.

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Neven Subotic – Ein ganz besonderer Fußballprofi und Mensch

Foto: Patrick Temme/Philipp Nolte|N2S Media

Beim BVB erlebte er etliche herausragende Jahre, war zusammen mit Mats Hummels in den Jahren nach 2008 als fester Bestandteil des sogenannten ‚Kinderriegels‘, unter Trainer Jürgen Klopp, mit dem er gemeinsam aus Mainz ins Revier gewechselt war, sehr rasch eine herausragende Persönlichkeit auf und neben dem Platz, zudem ein sportlich wirklich erstklassiger Spieler: Neven Subotic!

Foto: Patrick Temme/Philipp Nolte|N2S Media

Er prägte mit seinem mehr als soliden Abwehrspiel die großen BVB-Erfolge der Jahre 2011 und 2012 maßgeblich mit, wurde Meister und Pokalsieger, war zudem Mitglied der international vielbeachteten Dortmunder Truppe, die 2013 im Champions League-Finale stand.

Langwierige Verletzungen und Trainerwechsel schwächten zuletzt die Position des erfahrenen Abwehrspielers bei den Schwarz-Gelben. Einer Leihe zum 1. FC Köln, bei der ihm zu mehr Spielpraxis verholfen werden sollte, folgte im Vorjahr der offizielle Abschied vom BVB. Seither kickt Subotic in Frankreich, durfte sich dort zuletzt wieder über deutlich mehr Einsätze freuen, was auch viele in Dortmund ihm von Herzen gegönnt haben. Dem Ruhrgebiet ist Subotic allerdings seinerseits grundsätzlich treu geblieben. Auch seine inzwischen fest etablierte ‚Neven Subotic Stiftung‘ agiert unverändert von Dortmund aus.

Grund genug für uns aktuell einmal wieder das Scheinwerferlicht auf einen wirklich tollen Fußballer mit herausragender Persönlichkeit zu werfen.

Viel zu häufig mussten Fußballfans in diesem Lande zuletzt über die Auswüchse der Kommerzialisierung im Profifußball schimpfen. Auch wir hier im Blog der Ruhrbarone haben diese Entwicklungen ja schon häufiger durchaus kritisch betrachtet. Umso bemerkenswerter ist, was Neven Subotic mit seiner Stiftung seit Jahren auf die Beine stellt, wie er schon seit Jahren viel eigenes Geld und Freizeit investiert um auf dem afrikanischen Kontinent möglichst vielen Menschen zu einer besseren Wasserversorgung zu verhelfen.

So auch in diesem Juni. Mit in der Reisegruppe der Subotic-Stiftung in diesem Jahr übrigens auch ein ehemaliger Mannschaftskollege aus ehemals gemeinsamen BVB-Tagen, Nuri Sahin.

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Schmelzer kommt seiner ‚Entmachtung‘ wohl nur zuvor, tritt als BVB-Kapitän zurück

Foto aus glücklicheren Zeiten. Schmelzer (Mitte) verlängert seinen Vertrag in Dortmund. Foto: BVB

Marcel Schmelzer, zuletzt einer der wohl häufigst diskutierten Spieler im seit Monaten schwächelnden BVB-Kader, hat von sich aus die Konsequenzen aus der andauernden Kritik gezogen und ist am Abend vom Kapitänsamt beim DFB-Pokalsieger von 2017 zurückgetreten.

Zwei Jahre lang trug Schmelzer, der aktuell mit der Mannschaft in Kalifornien weilt, die Binde, „zwei anstrengende und intensive Jahre, die sehr kräftezehrend waren“, wie der 30-Jährige nun auf der BVB-Website erklärte. „Es ist meine Entscheidung. Ich glaube, dass es so das Beste ist.“

Mit der Einschätzung, dass es so ‚das Beste‘ sei, dürfte er nicht alleine stehen. Unzählige Fans forderten seit Monaten, dass der scheidende Trainer Peter Stöger, der Schmelzer in der Endphase der Saison teilweise auf die Tribüne verbannte, da seine Leistungen für den 18-er-Kader der Borussen bereits nicht mehr ausreichten, sich doch bitte einen anderen Träger der Binde suchen solle.

Jetzt hat Schmelzer die Degradierung selber vollzogen.

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Ungeschickte Saisonplanung des Klubs verhagelt die Stimmung beim BVB immer mehr

BVB-Coach Peter Stöger. Foto: Robin Patzwaldt

Wer geglaubt hatte, dass das Stimmungstief bei Borussia Dortmund mit dem Abschluss der Fußball-Bundesliga-Saison und dem abermals enttäuschenden Auftritt beim 1:3 gegen 1899 Hoffenheim, was den Klub um ein Haar noch die zuvor bereits so gut wie sichere Qualifikation für die UEFA Champions League gekostet hätte, ihren traurigen Tiefpunkt erreicht hätte, der sieht sich in diesen Tagen eines Besseren belehrt.

Während andere Vereine, wie auch der ungeliebte Reviernachbar FC Schalke 04, bereits in der wohlverdienten Entspannungsphase angekommen sind, die Gelsenkirchener starteten beispielsweise direkt nach Saisonschluss erst einmal auf eine vergnügliche Mannschaftsfahrt in südliche Gefilde, quält der BVB sich und seine Zuschauer aktuell hingegen mit einigen uninspiriert daherkommenden Freundschaftsspielen.

Wie wenig sinnvoll so etwas ist, das beweisen die Beteiligten gerade durch völlig lustlose Auftritte wie beim 4:4 am Montag in Zwickau und jetzt auch am gestrigen Donnerstag in Herne, wo man gegen Westfalia Herne (0:1) und den DSC Wanne-Eickel (4:1) zwei weitere Auftritte zum direkten Vergessen folgen ließ.

Doch damit ist es für die BVB-Kicker und Fans jetzt leider immer noch nicht genug. Es folgt in der kommenden Woche tatsächlich eine Kurzreise an die Westküste der USA, wo in Los Angeles ein weiterer Testkick stattfinden wird, auf den alle Beteiligten offenbar Lust haben wie auf die berühmten Zahnschmerzen.

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Nervenflattern nicht nur bei Aki Watzke & Co.: Verspielt der BVB heute 30 Millionen Euro?

Im Blickpunkt: BVB-Coach Peter Stöger. Foto: Robin Patzwaldt

Zugegeben, ich bin vor BVB-Spielen selten wirklich optimistisch. Seitdem ich es mit den Schwarzgelben halte, also ganz konkret seit dem Jahre 1977, als mein Vater mich mit dem Klub in Kontakt brachte, da neige ich fast vor jedem Spiel, und sei es nocht so unwichtig, eher dazu mit einer sportlichen Enttäuschung als mit einem Erfolg der Dortmunder zu rechnen.

Ich weiß, das ist nicht immer logisch und ist in den vergangenen gut 40 Jahren zum Glück ja schon häufiger mal ganz anders gekommen. Nicht umsonst ist der BVB im Laufe der Jahrzehnte schon mit dem ein oder anderen Titel belohnt worden, was mich ganz persönlich schon sehr viele schöne Tage im Umfeld der Borussen hat miterleben lassen. Trotzdem werde ich diese Grundskepsis nicht los.

Heute jedoch, da habe ich ein ganz besonders schlechtes Gefühl. Obwohl von mir persönlich vor einigen Wochen ja schon gar nicht mehr auf einem Champions League-Platz erwartet, standen die Chancen des BVB bis vor 14 Tagen überraschend günstig. Doch ein 1:1-Unentschieden in Bremen, wo die Dortmunder die bessere Mannschaft stellten, und die bittere 1:2-Heimniederlage gegen Mainz in der Vorwoche, als das Team eine iduskutabel schwache Leistung abrief, haben der Stöger-Truppe für heute ein ungewolltes Endspiel in Hoffenheim beschert.

Unterliegt der BVB heute in der erforderlichen Höhe, was (auch aufgrund der Personalsituation) gar nicht unwahrscheinlich erscheint, gewinnt Leverkusen parallel entsprechend klar gegen Hannover 96, der BVB wäre der große Verlierer des Tages, würde ihn das Abrutschen auf einen Euro League-platz doch rund 30 Millionen Euro kosten. Unwahrscheinlich erscheint dies keinesfalls.

Und selbst wenn Geld natürlich längst nicht alles ist, alleine diese Zahl macht schon deutlich um was es heute Nachmittag für die Borussen geht. Der Grad ist extrem schmal zwischen einer am Ende doch irgendwie erfolgreichen Saison und einem gigantischen Rückschlag für den ganzen Verein.

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