Die Fans in Gelsenkirchen sind emotional. Archiv-Foto: Michael Kamps
Wir kommen auch hier im Blog einfach nicht darum herum diese heikle Frage zu stellen: Was ist eigentlich mit dem FC Schalke 04 los?
An diesem Wochenende verloren die Gelsenkirchener ihr Heimspiel gegen den über viele Jahre hinweg nur mitleidig als ‚graue Maus‘ angesehenen VfL Wolfsburg mit 0:2, verharrten damit bei drei mageren Pünktchen nach acht Spielen der Saison 20/21. Seit Januar gelang den Knappen kein einziger Sieg in der Bundesliga mehr. Einfach desaströs, diese Bilanz.
Wohin geht die Reise des FC Schalke 04? Foto: Michael Kamps
Das Schlimmste, was einem im Leben passieren kann ist, wenn einem die eigenen Gegner nur noch Mitleid entgegenbringen. Dies trifft auch und gerade im Sportbereich zu. Rivalitäten werden dort besonders leidenschaftlich gepflegt, man gönnt dem Rivalen nichts, möchte ihn sportlich am liebsten am Boden sehen, die eigene Mannschaft möglichst stets siegreich erleben. Also, so grundsätzlich betrachtet.
Insbesondere bei der Rivalität der großen Ruhgebietsklubs FC Schalke 04 und Borussia Dortmund prägt eine ausgeprägte Konkurrenz seit jeher das Verhältnis der beiden Vereine zueinander. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt.
Seit ich den Fußballsport hierzulande leidenschaftlich verfolge, was seit dem Ende der 1970er-Jahre der Fall ist, kann ich mich an unzählige Triumphe und Demütigungen erinnern, wenn es um die Derbys zwischen dem BVB und S04 geht.
Doch aktuell habe ich erstmals in all den Jahren fast schon Mitleid mit den Schalkern. Die höchste Stufe der Demütigung für die Königsblauen, wenn das aus dem Munde eines Schwarzgelben kommt.
Vor dem letzten Derby in Dortmund. Archiv-Foto: Jürgen Steinfelder
Die Nachrichtenlage ist derzeit besonders ernst. Trotzdem bietet die Fußball-Bundesliga auch am kommenden Wochenende wieder die Gelegenheit für etwas Zerstreuung. Die Ruhrbarone-Autoren Peter Hesse und Robin Patzwaldt haben sich vor dem 5. Spieltag wieder einmal über die aktuelle Lage im Profifußball unterhalten. Ganz vorbeigekommen sind sie am Thema Corona dabei auch nicht. Ansonsten stand natürlich das große Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04, das für Samstag angesetzt ist, dabei im Mittelpunkt.
Ralf Rangnick als Schalke-Trainer. Quelle: Wikipedia, Foto: xtranews.de, Lizenz: CC BY 2.0
Wenn es denn überhaupt noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass BVB-Coach Lucien Favre die Schwarzgelben einfach nicht in die Spur bringt, der gestrige Abend hat es wohl selbst den letzten Zweiflern endgültig gezeigt.
Mit 1:3 unterlagen die Westfalen zum Auftakt in die UEFA Champions League 2020/21 bei Lazio Rom, zeigten dabei abermals eine (gemessen an den eigenen Ansprüchen) enttäuschende Leistung. Sowas kann natürlich grundsätzlich immer einmal passieren. In Dortmund erlebt man das aber zu häufig um hier noch immer an reines Pech o.ä. zu glauben. Hier liegt ein grundsätzlicher Mangel vor!
Was also tun, wenn man die Saison noch retten will. Ein Trainerwechsel ist in solchen Fällen eine gerne genommene Option. Zudem fällt es immer schwerer noch pro Favre zu argumentieren.
Doch das Problem ist in diesen Tagen, dass der Trainermarkt ziemlich leergefegt ist, wie ja auch die Schalker kürzlich erfahren mussten, als sie den ungewohnt profillosen Manuel Baum zum Nachfolger von David Wagner bestimmten.
Wenn also sollte der BVB verpflichten? Ralf Rangnick vielleicht?
BVB-Boss Aki Watzke jammerte am Samstagabend im Sportstudio des ZDF öffentlich über drohende finanzielle Verluste des BVB. So würde die Corona-Situation den Klub alleine beim am kommenden Wochenende anstehenden Heimspiel gegen den FC Schalke 04 rund eine Millionen Euro ‚kosten‘, weil die angestammten gut 80.000 Zuschauer bekanntermaßen aktuell nicht im Stadion sein könnten.
Wenige Tage späte drohe dem BVB gegen St. Petersburg in der UEFA Champions League dann erneut das Gleiche. Der Klub bezifferte den u.a. deshalb zu erwartenden Verlust für diese Saison kürzlich schon einmal auf rund 70 Millionen Euro.
Logisch, dass ein Verein sowas nicht ewig wird stemmen können. Die Pandemie bedroht folglich die Zukunft selbst der größten Klubs im Lande. Doch eines wird in diesen Diskussionen ums Geld gerne vergessen: Es droht damit auch das Ende der Fan-Kultur, wie wir sie zuletzt kannten.
Bedrohliche Stimmung auf Schalke. Foto: Franz-Christian Müller
Dass Fußball grundsätzlich ein schnelllebiges Geschäft ist, ist inzwischen längst kein Geheimnis mehr. Was gestern noch zum Erfolg geführt hat, muss heute schon längst nichts mehr heißen. Häufig ist der Grat zwischen Triumph und Pleite schmal und auch nur schwer zu erklären.
Auf Schalke erlebt man das gerade wieder einmal besonders schmerzhaft. Innerhalb von nur zwölf Monaten kehrten sich da die Gefühlswelt wieder einmal völlig um.
Über eine Stunde lang wurde viel geredet und erklärt. Der finale Eindruck beim interessierten Zuhörer: Viele Gerede von Fehlern und einer neuen Demut, aber nur wenig bis keine Aufbruchsstimmung!
Kein Tag ohne Schlagzeilen rund um den FC Schalke 04. Nachdem am Montag die Nachricht die Runde machte, dass der Klub womöglich in Kürze auf eine Millionenschwere Landesbürgschaft zurückgreifen muss um seine finanzielle Zukunft abzusichern, erreichte am heutigen Dienstag ein Statement des Vereins die Fans, auf das viele von ihnen mit großer Erleichterung reagiert haben werden:
„19 Jahre lang war Clemens Tönnies Vorsitzender des Schalker Aufsichtsrats: Am Dienstag (30.6.) teilte der 64-jährige Unternehmer dem Verein mit, dass er mit sofortiger Wirkung von diesem Amt zurücktritt und das Gremium verlässt“, hieß es da plötzlich auf der Vereinshomepage.
Die üblichen Lobeshymen begleiteten im Folgenden den Mann, der für viele im Umfeld zuletzt zu einer großen Belastung geworden war. Rassismus-Vorwürfe im vergangenen Herbst, nun die unrühmlichen Vorgänge rund um seinen Schlachthof, der in Zeiten der Corona-Pandemie für viele zum Symbolbild der Krise geworden war. Sowohl auf Schalke als auch in Sachen COVID-19.
Jetzt hat Tönnies zumindest in Sachen Königsblau die (ersten) Konsequenzen aus der massiven Kritik an seiner Person gezogen. Der Druck war wohl schlicht zu groß geworden. Und das führt uns direkt zu der Frage: Warum kippte die Stimmung im Umfeld des Bundesligisten erst so spät gegen Tönnies?
Wenn es eng wird muss man zusammenstehen. Archiv-Foto: Franz-Christian Müller
Da denkt man mit dem offiziellen Saisonende der Fußball-Bundesliga kehrt in die Debatten rund um die Vereine mal wieder etwas Ruhe ein, und dann passiert das genaue Gegenteil. Mehr als das sportliche Geschehen auf den Plätzen emotionalisiert viele Fans in diesen Tagen das Geschehen im Umfeld diverser Klubs.
Besonders auch die beiden großen Ruhrgebietsvereine sind davon aktuell stark betroffen, wie es scheint. Da meldet am Montag zunächst der BVB coronabedingt einen zu erwartenden Verlust von 45 Millionen Euro für das Geschäftsjahr. Vereinsvertreter betonen hier, dass der Klub das gigantische Minus zum Glück verkraften kann, die Borussia ausreichend Rücklagen aufgebaut hat um damit umzugehen.
Wenig später kursieren dann in diversen Medien Meldungen, wonach der FC Schalke 04 in Kürze offenbar in den Genuss einer millionenschweren Landesbürgschaft kommen soll. Die Rede ist hier von Summen zwischen 30 und 40 Millionen Euro.
Viel Wasser auf die Mühlen all derer, die den Profifußball in den vergangenen Wochen reformiert gesehen hätten, die, wie man so schön sagt, Fußballromantiker sind.
Zu diesen zähle ich mich grundsätzlich auch. Und trotzdem muss ich sagen: Ich hätte gar kein Problem mit einer Millionenbürgschaft des Landes NRW für die Gelsenkirchener Profikicker.
Nach übereinstimmenden Medienberichten steht der FC Schalke 04 kurz davor für seine Profis in Zukunft eine feste Gehaltsobergrenze von 2,5 Mio. Euro pro Saison einzuführen. Ein zunächst von der ‚Süddeutschen Zeitung‘ verbreiteter Bericht, wird nun auf immer mehr Portalen entsprechend bestätigt.
Das klingt im Kern natürlich zunächst einmal sehr spannend. Zum einen ist es sympathisch, insbesondere in wirtschaftlich harten Zeiten wie diesen, so einer Forderung von Teilen der aufgebrachten Anhängerschaft zu entsprechen, den Kommerz zurückzuschrauben, die Entfremdung zwischen Klub und Fans durch solche Vorgaben wieder etwas zurückfahren zu wollen. Womit ginge das besser als mit einer neuen, finanziellen Bescheidenheit?
Zum anderen ist es ja auch ein schon länger öffentlich kursierender Gedanke in der Fußballwelt sich mit einer Art ‚Salary Cap‘ gegen die ausufernden Kosten zu stemmen und zugleich den Wettbewerb nach nordamerikanischem Vorbild etwas zu regulieren.
Das Problem ist nur: Das würde den Schalkern so nicht gelingen.
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